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13.06.2017

14:07 Uhr

Champions League nicht mehr im ZDF

„Jetzt ist Geld da für eine Vertragsverlängerung mit Rosamunde Pilcher“

Ab der übernächsten Saison wird die Champions League nicht mehr im ZDF und damit nicht mehr im Free-TV zu sehen sein. Im Netz hagelt es höhnische Kommentare für das ZDF – und es wird bitterböse Kritik an der Uefa geübt.

Solche Bilder bekommen TV-Zuschauer bald nur noch zu sehen, wenn sie dafür zahlen. AFP

Real Madrids Ronaldo hat im Champions-League getroffen

Solche Bilder bekommen TV-Zuschauer bald nur noch zu sehen, wenn sie dafür zahlen.

DüsseldorfDie Uefa hat die Medienrechte für die Champions-League-Spielzeiten 2018/19 bis 2020/21 verkauft und damit in den Sozialen Medien heftige Diskussionen ausgelöst – über die Kommerzialisierung des Fußballs und über den Rundfunkbeitrag. Denn dass die Fußball-Eliteliga im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen ist – das war einmal. Das ZDF ging bei der Ausschreibung leer aus, deutsche TV-Zuschauer müssen auf die gewohnte Übertragung der Mittwochsspiele im öffentlich-rechtlichen Sender verzichten.

„Die Gebühren für ARD und ZDF steigen dann wohl wieder. Immerhin hat man weniger Angebot als bisher #ChampionsLeague“, kommentiert @FreshFries 90 bei Twitter ironisch. Enttäuscht zeigt sich @FelixHoffx von ARD und ZDF. „Nach Olympia jetzt auch #ChampionsLeague weg. Als Sportliebhaber nervt Rundfunkbeitrag nun noch mehr.“

Andere Twitter-Kommentatoren würden gerne die GEZ-Gebühr, also den Rundfunkbeitrag loswerden, weil sie bald keine Champions-League-Spiele mehr sehen können. Ein vergebliches Unterfangen, ist der Rundfunkbeitrag doch seit einigen Jahren als sogenannte Haushaltsgebühr verpflichtend zu zahlen. Beißende Kritik an der Programmgestaltung des ZDF erscheint da schon angebrachter – dachte sich auch Kabarettist Rene Steinberg, der twittert: „Keine #ChampionsLeague mehr im #ZDF – das Geld wird genutzt für eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit Rosamunde Pilcher!“

So schnell das Netz die Entscheidung gegen das ZDF und für den Pay-TV-Anbieter Sky kommentierte, so schnell reagierte auch der öffentlich-rechtliche Sender. Via Twitter verteidigte ZDF-Intendant Thomas Bellut, nicht mehr Geld für die Übertragungsrechte geboten zu haben. Das ZDF habe ein sehr gutes Angebot abgegeben. „Als beitragsfinanzierter Sender gab es dafür allerdings eine klar definierte Obergrenze.“ Anstelle der Übertragungen könne man künftig in andere hochwertige Programmangebote investieren, teilte Bellut mit. Ob er damit Rosamunde-Pilcher-Filme meint, die oft sonntagsabends in seinem Sender laufen, ließ der ZDF-Intendant allerdings offen.

Genauso scharf wie die Kritik am ZDF ist in den Sozialen Medien auch die an der Entscheidung des Europäischen Fußball-Verbands UEFA – und an der Kommerzialisierung des Profifußballs. „#ChampionsLeague und wieder entfernt sich der Fußball ein Stück von der Basis. Ein Hoch auf alle Freizeitkicker in Liga 10“, so Folko Tübel bei Twitter. Grundsätzlicher kommentiert das ein anderer Nutzer:

„Gier frisst Verstand! Irgendwann interessiert sich eh keiner mehr dafür...“, meint auch @erwinder, während die NDR-Satiresendung Extra3 feststellt: „Die #ChampionsLeague läuft ab 2018 nur noch im Pay-TV. Man könnte glatt meinen, beim Fußball geht's nur ums Geld!!!!!!!!!!!!!“ Der Realität ins Auge schaut auch Twitter-Nutzer Alf Frommer, der die Debatte in knapp 140 Zeichen auf den Punkt bringt:

Von

td

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