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06.11.2012

12:00 Uhr

Christian Bouqueret

Pionier mit Geschäftssinn

VonOlga Grimm-Weissert

Ende 2011 erwarb das Centre Pompidou 7.000 Fotografien aus der Sammlung des Kunsthistorikers und Galeristen Christian Bouqueret. Den Ankauf ermöglichte der Kosmetik-Konzern Yves Rocher. Nun wird eine Auswahl ausgestellt.

Germaine Krull: Werbestudie für Paul Poiret, 1926. (Ausschnitt) Georges Meguerditchian - Centre Pompidou, MNAM-CCI

Germaine Krull: Werbestudie für Paul Poiret, 1926. (Ausschnitt)

ParisChristian Bouqueret gehört zu den wichtigsten Fotosammlern Europas. Mit dem Verkauf eines Teils seiner phänomenalen Kollektion an das Centre Pompidou setzte er sich im letzten Jahr ein Denkmal. Nebenbei machte er vermutlich ein gutes Geschäft. Für das Pariser Museum war der Deal der „Collection Christian Bouqueret“ ein echtes Geschenk, denn der Kosmetikkonzern Yves Rocher trat als Mäzen auf und beglich die Rechnung. Der Betrag wird geheim gehalten.

Rund 7.000 Fotografien aus den zwanziger bis fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts erhielt das Centre Pompidou. Davon sind nun fast 300 Abzüge ausgestellt.

Christian Bouqueret kaufte seit den siebziger Jahren manisch europaweit auf. Der studierte Germanist, Sinologe und Kunsthistoriker spürte mehr oder minder vergessene Fotografen oder ihre Erben auf, besuchte sie und übernahm ganze Konvolute, die damals noch keinerlei Marktwert hatten. Er habe sie vor dem Müll gerettet, lautet das Argument heutzutage. Kritiker weisen darauf hin, dass Bouqueret, der in Berlin studierte, milde ausgedrückt sehr günstig einkaufte. Auf Foto- oder Buchauktionen ersteigerte er jahrelang Vintage-Fotografien (zeitnah zur Aufnahme angefertigte Abzüge). Bis in die neunziger Jahre erwarb er auf Berliner und Pariser Flohmärkten preiswerte Ensembles.

Der clevere Fotospezialist war auch als Deutschprofessor und als Galerist tätig. 1990 gründete er mit der Ex-Frau des Galeristen Baudoin Lebon, Marie-Claude Lebon, die Galerie Bouqueret-Lebon und benutzte den als seriös bekannten Namen seiner Partnerin.

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