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17.07.2014

10:36 Uhr

Christie's und Sotheby's

Kampf der Giganten

VonMatthias Thibaut

Der Wettbewerb zwischen Christie’s und Sotheby’s ist scharf wie nie zuvor. Aus dem Zahlenmaterial, mit dem sich die beiden Auktionshäuser bekämpfen, kann man vor allem eines lernen: Der Kunstmarkt war noch nie so stark.

Sotheby's, Marktführer im Bereich der Moderne, versteigerte Claude Monets Seerosenbild von 1906 für umgerechnet 51 Millionen Dollar oder 37 Millionen Euro. (Ausschnitt) Sotheby’s

Sotheby's, Marktführer im Bereich der Moderne, versteigerte Claude Monets Seerosenbild von 1906 für umgerechnet 51 Millionen Dollar oder 37 Millionen Euro. (Ausschnitt)

LondonDer Wettkampf zwischen den beiden globalen Auktionsgiganten Sotheby’s und Christie’s verschärft sich, nun auch rhetorisch. Kaum hatte Christie’s in einer selbstbewussten Presseerklärung die Erfolge des ersten Halbjahres 2014 verkündet, konterte Sotheby’s mit einer eigenen Presseerklärung. Sotheby’s rückte dem Umsatzführer Christie’s nach einem ersten Halbjahr mit starkem Wachstum von niedrigerem Niveau auf die Pelle und Chefmanager Bill Ruprecht hängte das mit ungewöhnlicher Eile an die große Glocke. Der Grund: Ruprecht muss seinen Vorstandskollegen und Aufsichtsräten beweisen, dass sich Sotheby’s im Zweikampf mit Christie’s nicht abhängen lässt.

Beide Chefmanager luden vor zwei Wochen schon Kunstmarkt-Journalisten zum Kaffee, um den Wert ihrer Unternehmen und das phänomenale Wachstum des Kunstmarkt herauszustreichen, das die Auktionshäuser aus ihrer einst schläfrigen Nischenexistenz herausriss. Ruprecht berichtete bei dieser Gelegenheit, dass die Vorstandsschlacht mit dem Aktivisten-Aktionär Dan Loeb fürs erste ausgestanden sei.

Zögerliche Gangart moniert

Loeb, ein vehementer Kritiker von Sothebys’s, dessen Gangart er zu zögerlich fand, vor allem in Asien und bei der Contemporary Art, hatte sich einen Sitz im Sotheby’s Aufsichtsrat erkämpft, um Ruprecht auf die Finger zu sehen. „Wir haben gezeigt, was wir machen und unsere Pläne vorgelegt, und alle haben zugestimmt“, berichtete Ruprecht.

Immer mehr Geld für Spitzenkunst

Da kommt ihm das nun gemeldete Wachstum von 22 Prozent im ersten Halbjahr gelegen. „Stärkeres Wachstum als jedes andere Auktionshaus“, ließ Ruprecht seine Pressestellen melden, ohne es durch allzu viele Zahlen zu untermauern: Der Blick auf die Summe der Auktionsbilanzen auf Sotheby’s Webseiten zeigt, dass das an der New Yorker Börse notierte Unternehmen dem Londoner Privatunternehmen Christie’s mit Auktionsumsätzen von insgesamt 3,3 Milliarden Dollar etwas näher gerückt ist. Christie’s liegt bei 3,6 Milliarden Dollar.

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