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15.05.2012

20:51 Uhr

Contemporary Art

Solide Preise für Phillips-Auktionen

Auch Phillips de Pury konnte zeitgenössische Kunst hervorragend absetzen. Dabei war das New Yorker Auktionshaus mit Klassikern auf Nummer sicher gegangen. Die jüngste Generation machte in den Tagesauktionen Kasse.

Andy Warhol: "Gun", Acryl und Siebdruck auf Leinwand. (Ausschnitt) Phillips de Pury, New York

Andy Warhol: "Gun", Acryl und Siebdruck auf Leinwand. (Ausschnitt)

New YorkÜber 795 Millionen Dollar hatten die beiden großen Häuser bereits in der ersten Wochenhälfte für zeitgenössische Kunst eingehämmert, dann gingen die kleineren Auktionatoren an den Start. Phillips de Pury trat mit einem vergleichsweise schmalen Katalog von 44 Losen an und zum ersten Mal gesellte sich auch Bonhams mit 22 Losen in New York dazu. Phillips‘ Ergebnis konnte sich sehen lassen. Für 35 Zuschläge wurden am 10. Mai 86,9 Millionen Dollar inklusive Aufgeld eingenommen. Damit landete Phillips mitten in der Erwartung. „Das Ausmaß von Interesse an zeitgenössischer Kunst ist erstaunlich und wächst immer noch“, prognostizierte Abteilungsleiter Michael McGinnis.

Auch bei Phillips wurden Klassiker wie Basquiat, Warhol und de Kooning bevorzugt. Die ganz Jungen und Ungetesteten, denen Phillips in der Vergangenheit regelmäßig abends eine Premiere verschaffte, blieben in den Tageskatalogen und sorgten dort für Rekorde. Seth Price und Dana Schutz haben bereits Auktionserfahrung. Am 10. Mai stiegen sie mit 92.500 und 482.500 Dollar zu neuen Höhen auf. Schutz‘ „Death come to us all“ (2003) und auch Sterling Rubys „Kiss Trap Kismet“ (2008) zu 206.500 Dollar haben Saatchi-Provenienz.

Leichte Abkühlung des Warhol-Marktes

Warhol hatte mit drei Losen einen relativ starken Auftritt. Sein Angebot war in dieser Woche allgemein weitaus kleiner gehalten als üblich, sein Markt scheint sich etwas abzukühlen. Die New Yorker Händlerin Jeanne Greenberg Rohatyn, übers Handy mit ihrem Kunden verbunden, kaufte Warhols „Statue of Liberty“ (1986) mit violettem Camouflagehintergrund zu 2,4 Millionen Dollar. Der Schätzpreis betrug 2 bis 3 Millionen Dollar. „Mao“ (1973) ging für 10,4 Millionen Dollar an Hugo Nathan von der New Yorker Handlung Dickinson (Taxe 9 bis 12 Millionen). Teuerstes Los wurde Jean-Michel Basquiats kraftvolle außergewöhnliche Figur auf Holzplatte. Drei Telefonbieter hoben sie auf den neuen Auktionsrekord von 16,3 Millionen Dollar und damit deutlich über der Taxe von 98 bis 12 Millionen Dollar. Privat wurde Basquiat allerdings schon teurer verkauft. Den Basquiat hatte der bekannte Sammler Robert Lehrman aus Washington eingeliefert, gekauft hatte er ihn 1982 bei Basquiats Soho-Galeristin Anina Nose.

„Großartige“ Einlieferungen erwartet

Zweithöchster Preis des Abends war Willem de Koonings Gemälde in Rosatönen „Untitled VI“ (1975), das ein Telefonbieter zu 12,4 Millionen Dollar dem New Yorker Händler Robert Mnuchin abtrotzte. Christopher Wool schob sich auch nach vorn. Sein Wortbild „Untitled (S 69) (1992) „SEX LUV“ stieg auf 4 Millionen bei einem Schätzpreis von 2,5 bis 3,5 Millionen. Für das florale  „Untitled (P66)“ von 1988, das vor zwölf Jahren noch 24.000 Dollar netto kostete, musste der große Pariser Wool-Fan, Händler John Sayageh-Belchatowski 722.500 Dollar aufwenden (Taxe 700.000 bis 1Million).

Chairman Simon de Pury fasst die Lage auf dem Kunstmarkt so zusammen: „Der „Munch“-Rekord setzte den Ton für eine ganz exzellente Saison. Er kreiierte Vertrauen in den Markt und damit sehr solide Preise. Wahrscheinlich können wir im Herbst mit großartigen Einlieferungen rechnen“.

Von

Barbara Kutscher

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