Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.07.2016

11:07 Uhr

Cornelius Gurlitt

Ein Schritt nach vorn

VonSusanne Schreiber

Jüngste Erkenntnisse zum Fall Cornelius Gurlitt. Eine neue Forschergruppe veröffentlicht vorläufige Zwischenergebnisse. Danach dürfte sich der Anteil an Raubkunst erhöhen.

Das Grab des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, Vater des verstorbenen Cornelius Gurlitt, auf dem Nordfriedhof in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). Foto: Martin Gerten/dpa dpa

Der Fall Gurlitt beschäftigt Kunsthistoriker und Gerichte.

Das Grab des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, Vater des verstorbenen Cornelius Gurlitt, auf dem Nordfriedhof in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). Foto: Martin Gerten/dpa

DüsseldorfDie „Taskforce Schwabinger Kunstfund“ hatte bis Ende 2015 in den Privatsammlungen von Cornelius Gurlitt (1932-2014) nur bei elf raubkunstverdächtigen Werken die Herkunft lückenlos klären können. Lediglich in fünf Fällen ließ sich eindeutig NS-Unrecht nachweisen. Diese Woche konnte das Nachfolgeprojekt „Provenienzrecherche Gurlitt“ weitere 91 Werke vorstellen, bei denen begründeter Verdacht auf Nazi-Raubkunst besteht; darunter von Werke Henri Toulouse-Lautrec, Max Liebermann, Edvard Munch und eine Rembrandt-Graphik.

Schwabinger Kunstfund: Die Bilanz unter der Lupe

Schwabinger Kunstfund

Die Bilanz unter der Lupe

Der Mitte Januar 2016 vorgelegte Arbeitsbericht zum „Schwabinger Kunstfund“ wurde ohne Zustimmung der Taskforce-Mitglieder veröffentlicht. Die finale Überprüfung der Experten bewahrte vor einem Fiasko und dokumentiert zugleich die Versäumnisse.

Angesiedelt im Zentrum Deutsche Kulturgutverluste Magdeburg hat ein 20-köpfiges Team 502 Werke vorrangig untersucht und mehr Belege für Raubkunst-Verdacht gefunden. Zwischenergebnis ist weiterhin, dass 33 Verdachtsfälle „Entartete Kunst“ als unbelastet aufgeklärt werden konnten. Die Herkunftsmuseen hatten sie schon vor 1933 erworben. Der Salzburger Nachlass von Gurlitt ist inzwischen mit 189 Werken digitalisiert und im Internet unter www.lostart.de abrufbar.

Raubkunst: Kriminalistik am Museum

Raubkunst

Kriminalistik am Museum

Über 2000 Papierarbeiten erwarb das Wallraf-Richartz-Museum während der Nazi-Zeit. Ein Blatt von Adolf Menzel muss restituiert werden. Eine vorbildliche Ausstellung macht die schwierigen Nachforschungen zur Herkunft der Blätter anschaulich.

Im Bundesarchiv werden die Geschäftsbücher von Cornelius‘ Vater Hildebrandt Gurlitt zugänglich gemacht. Dieser war Kunsthändler, der auch für die Nazis arbeitete.
Cornelius Gurlitt hat das Kunstmuseum Bern als Erben eingesetzt. Uta Werner bestreitet die Testierfähigkeit ihres Cousins. Der Rechtsstreit liegt beim Oberlandesgericht München.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×