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13.07.2011

15:08 Uhr

Das Ende einer Ära

Danke, Harry Potter!

VonThorsten Giersch

Am 14. Juli startet der letzte Kinofilm der Harry-Potter-Saga. Es ist auch das große Finale des beispiellosen Comebacks von Kinderbüchern. Junge Menschen lesen wieder – und zwar mehr denn je. Das wirkt sich mehr auf ihr Werteverständnis aus als alles andere.

Harry Potter läutetet das Märchen-Jahrzehnt ein und fesselte vor allem Millionen junger Leser. Quelle: ap

Harry Potter läutetet das Märchen-Jahrzehnt ein und fesselte vor allem Millionen junger Leser.

Der Autor dieser Zeilen war gerade 18 geworden, als der erste Band von Harry Potter auf Deutsch erschien. Und damit zu alt, um selbst zur Generation Potter zu gehören – schließlich setzt man sich in diesem Alter nicht mit Buch ins Freibad, auf dessen Cover ein bebrillter Zauberlehrling zu sehen ist.

Doch die etwas jüngeren Kinder begleitet Harry Potter seitdem durchs halbe Leben – vom Alltag in der Schule zum ersten Kuss und über die erste große Enttäuschung hinweg. Nun endet das Abenteuer mit dem letzten Kinofilm. Eine Gelegenheit, um zu schauen, was die Autorin Joanne K. Rowling da geschafft hat – außer selbst irre reich zu werden.

FAQ Harry Potter

Magische Zahl

Die Potter-Saga füllt sieben Bände: „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (deutsche Ausgabe 1998), „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ (1999), „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (1999), „Harry Potter und der Feuerkelch“ (2000), „Harry Potter und der Orden des Phönix“ (2003), „Harry Potter und der Halbblutprinz“ (2005), „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ (2007).

Sprachzauber

Harry Potters Abenteuer wurden in 67 Sprachen übersetzt, die Bücher verkauften sich mehr als 400 Millionen mal.

Lesewunder

Von den deutschsprachigen Ausgaben gingen nach Angaben des Carlsen Verlags in Hamburg seit 1998 rund 31 Millionen Exemplare der Hardcover- und Taschenbuchausgaben über den Ladentisch. Damit dürften nur wenige Haushalte mit Kindern eine Potter-freie Zone sein.

Geldsegen

Der erste Harry-Potter-Film kam 2001 in die Kinos. Nach Angaben des Branchendienstes Box Office Mojo spielte er weltweit rund 975 Millionen US-Dollar ein. Alle Potter-Filme schafften es auf Platz eins der US-Kinocharts. Sie rangieren unter den 50 Filmen, die in den vergangenen Jahren das meiste Geld einspielten - über fünf Milliarden US-Dollar. Böse Zungen sprechen deshalb von „Harry Schotter“.

Kirchlicher Segen

Der Film „Harry Potter und der Halbblutprinz“ lief im Juli 2009 mit dem offiziellen Segen der katholischen Kirche an. Der Film zeige, dass das Gute über das Böse triumphieren sollte, lobte die Vatikanzeitung damals. Sogar an den Kuss-Szenen hatte die Kirche nichts auszusetzen.

TV-Bann

Die „Harry Potter“-Saga schlug die deutschen Fernsehzuschauer in ihren Bann: Bei der Ausstrahlung der ersten beiden Teile der Zauberer-Reihe waren im Winter 2010 jeweils mehr als neun Millionen Zuschauer dabei. Damit waren die Werke die meistgesehenen Kinofilme im deutschen TV der vergangenen fünf Jahre. Seit 2005 holte nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Media Control kein anderer Kino-Blockbuster solche Einschaltquoten.

Wortschöpfung

Der „Muggle“ gehört inzwischen zum offiziellen englischen Wortschatz. Die von Joanne K. Rowling erfundene Bezeichnung für Menschen ohne Zaubererblut wurde 2003 in die Neuauflage des „Oxford Dictionary of English“ aufgenommen.

Briefgeheimnis

Die britische Post brachte 2007 Briefmarken mit den Titelbildern aller sieben Harry-Potter-Bücher heraus.

Hardcore-Fan

In Berlin hat Saskia Preißner vor mehr als zehn Jahren zusammen mit ihrer Schwester den ersten großen deutschen Harry-Potter-Fanclub gegründet - samt Internetauftritt. Da war sie ein Teenager. Heute ist sie Mitte 20, und den Club gibt es immer noch. Die Bücher gefallen Preißner aber besser als die Filme. Streberin Hermine war ihr zum Beispiel im Kino immer viel zu hübsch.

Die vergangenen zehn Jahre waren die Dekade der Märchen – sowohl im Buchladen als auch im Kino. Da ist ja nicht nur Harry Potter, sondern auch der Hype um „Herr der Ringe“ und mit Abstrichen auch die Reihe „Die Chroniken von Narnia“ von C.S. Lewis, übrigens das große Vorbild von Rowling.

Und mit den Jahren wurden es immer mehr: Die Eragon-Reihe schaffte es ins Kino, wenn auch mit mäßigem Erfolg. Ähnlich war es mit der Saga „Der goldene Kompass“. Als Bücher reüssierten Fantasy-Märchen wie „Tintenherz“ von Cornelia Funke und „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins. Zudem zauberte Stephenie Meyer mit der vierteiligen Vampirsaga „Twilight“ einen Riesenerfolg hin – sowohl im Buchhandel als auch in den Kinosälen. Streng genommen muss man den Kino-Dreiteiler der Transformers-Serie sogar auch noch in den Bereich Fantasy-Märchen einordnen.

Kommentare (1)

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Geek-6080

14.07.2011, 08:17 Uhr

Der Halbblutprinz ist Snape, nicht Voldemort.

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