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08.06.2013

14:46 Uhr

DDR-Künstler

Maler Willi Sitte gestorben

Er galt als herausragender Vertreter des Sozialistischen Realismus, nun ist Willi Sitte gestorben. Für die einen war er einer der größten deutschen Gegenwartskünstler - für die anderen ein DDR-Staatskünstler.

Willi Sitte in seinem Atelier in Halle/Saale: Der Maler ist im Alter von 92 Jahren verstorben. dpa

Willi Sitte in seinem Atelier in Halle/Saale: Der Maler ist im Alter von 92 Jahren verstorben.

HalleDer Maler Willi Sitte gilt als einer der wichtigsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts. Aber wegen seiner Staatsnähe und seiner Haltung zum SED-System in der DDR war er zugleich heftig umstritten. Am Samstag ist Sitte im Alter von 92 Jahren nach langer Krankheit in Halle gestorben, wie die nach ihm benannte Stiftung mitteilte.

„Ich war immer ein fleißiger Maler“, sagte Sitte über seinen riesigen Bestand an Werken - vom großflächigen Arbeiterbild über Selbstporträts bis hin zu feinen Skizzen. In der DDR gehörte der Maler mit dem kantigen Charakter zur Prominenz. Seine Bilder sind Hauptwerke des sozialistischen Realismus.

Ein Beispiel ist das Gemälde „Die rote Fahne - Kampf, Leid und Sieg“ aus den 70er Jahren. Bekannt wurde Sitte vor allem mit großformatigen Werken mit Arbeitermotiven der DDR wie Brigadiers, Berg- und Fabrikarbeitern sowie den Chemiewerkern aus Leuna. Die Funktionäre irritierte Sitte zuweilen mit seinen lebensprallen erotischen Aktmalereien.

In Westdeutschland machte er spätestens durch die Teilnahme an der dokumenta 6 (1977) in Kassel auf sich aufmerksam. Dort vertrat Sitte die DDR, zusammen mit den Malern der Leipziger Schule, Bernhard Heisig (1925-2011), Wolfgang Mattheuer (1927-2004) und Werner Tübke (1929-2004). Ihre Werke waren schon damals bei Kunstsammlern und Galerien in Westeuropa begehrt.

Als sein Lebenswerk bezeichnete Sitte 15 Jahre nach der Wende die Galerie der Willi-Sitte-Stiftung für realistische Kunst, die in Merseburg zu seinem 85. Geburtstag am 28. Februar 2006 mit Prominenz wie Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnet wurde.

Sitte und seine Familie überließen der Stiftung Gemälde, Zeichnungen, Radierungen, Druckgrafiken und Skizzen. Arbeiten aus mehr als 60 Jahren seiner Schaffenszeit sind in der Merseburger Domkurie in der Willi-Sitte-Galerie auf 550 Quadratmetern zu sehen. „Das sind ganz wichtige Werke von mir“, sagte Sitte über die Stiftungsbilder. Gerade läuft in Merseburg und parallel dazu in der Kunststiftung der Saalesparkasse in Halle die Ausstellung „Leben mit Lust und Liebe“.

Kommentare (3)

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bjarki

08.06.2013, 19:22 Uhr

Ein verkaftbarer Todesfall.Realismus im Sozialismus, wohl eine Farce.

KarlWalther

09.06.2013, 04:59 Uhr

Sitte war ein grosser Maler. Er war ein Suchender.Es gibt viele Maler, die wissentlich bürgerliches Design für die leeren Wände der reichen Langeweiler produzieren. Solch ein Krümellecker war Sitte nie.Dort findet mnan seine Bilder nicht. Ist das allein nicht schon eine Freude? Karl Walther

Sehender

06.07.2013, 12:31 Uhr

Diese Schmierereien zeichnen noch keinen Künstler aus, schon garnicht einen Meister!

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