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22.07.2011

12:03 Uhr

Der "Spatz von Avignon" wird 65

Mireille Mathieu ist die Lieblingsfranzösin der Deutschen

Der „Spatz von Avignon“ verkaufte weltweit bis heute etwa 125 Millionen Alben. Da sie ihre Chansons auch in Deutsch vorträgt, erfreut sie sich auch hierzulande großer Beliebtheit. Jetzt wird die Sängerin 65.

Mireille Mathieu feiert ihren 65. Geburtstag. Quelle: ap

Mireille Mathieu feiert ihren 65. Geburtstag.

FrankfurtDie Zeit scheint fast spurlos an ihr vorüber gegangen zu sein. Vielleicht liegt es am immer gleichen Rundschnitt und dem Porzellanteint, dass man bei Mireille Mathieu, die am Freitag ihren 65. Geburtstag feiert, nicht recht an eine Rentnerin denken mag. Mit ihren gefühlvollen Chansons hat die Französin Millionen Menschen in aller Welt begeistert. Rund 125 Millionen Alben hat sie Schätzungen zufolge verkauft und zählt damit zu den weltweit erfolgreichsten Sängerinnen.

Ihre Biografie liest sich ein bisschen wie ein Märchen. Und Mireille Mathieu erzählt sie selbst gerne in Interviews, die Geschichte des armen Mädchens aus Avignon, das als Ältestes von 14 Kindern aufwächst und über Nacht zum Star wird. Vielleicht waren es die vom Vater, einem Steinmetz, aufgelegten Platten von Edith Piaf und Maria Callas, die den Anstoß gaben. Als Teenager jedenfalls gab sie sich nicht zufrieden mit ihrer Arbeit in einer Papierfabrik. Mireille nahm an verschiedenen Talentwettbewerben teil, überzeugte und durfte 1965 erstmals im Fernsehen auftreten, wo sie die Lieder ihres großen Vorbilds Piaf interpretierte.

Ihr erster eigener Hit „Mon Credo“ ging in Frankreich binnen weniger Wochen mehr als eine Million mal über den Ladentisch. Eine Konzertreise in die USA und der internationale Durchbruch folgten prompt. Zu verdanken hat sie diese Blitzkarriere auch ihrem Entdecker und Manager Johnny Stark, der die Marke Mireille Mathieu weltweit geschickt vermarktete. „Er war sehr streng zu mir, und ich habe oft geweint. Aber ich verdanke ihm alles“, sagte die Musik-Diva einmal.

Auch die deutschen Bühnen eroberte Mireille Mathieu schnell, darunter den Friedrichstadtpalast in Ost-Berlin. Zunächst sang die Französin in ihrer Heimatsprache, dann auch auf Deutsch. Hits wie „Hinter den Kulissen von Paris“, „Akropolis adieu“ und „An einem Sonntag in Avignon“ sicherten ihr später einen Stammplatz im westdeutschen Fernsehen. Den Spitznamen „Spatz von Avignon“ verpassten die Deutschen ihrer Lieblingsfranzösin damals, in Anlehnung an den „Spatz von Paris“, Piaf. Wegen der seichteren deutschen Liedtexte wurde die Chansonsängerin allerdings eher als Schlagerstar wahrgenommen.

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