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31.12.2012

10:37 Uhr

Design-Auktionen

New York trifft den Nerv der Sammler

VonBarbara Kutscher

New York macht Paris als Haupt-Umschlagplatz für Art Déco Konkurrenz. Christie’s setzt die Sammlung Steven Greenberg über die Erwartungen hinaus gut ab. Sotheby’s ist mit den reduzierten Möbeln von Paul Dupré-Lafons erfolgreich

Jean Dupas: "Allegorie du Tissu" (Allegorie der Textilkunst), Öl auf Leinwand, circa 1937. (Ausschnitt) Christie's Images Ltd. 2012

Jean Dupas: "Allegorie du Tissu" (Allegorie der Textilkunst), Öl auf Leinwand, circa 1937. (Ausschnitt)

New YorkEin großes Angebot an französischem Art Déco, das mit kostbaren Materialien und kühnen Linien überzeugte, traf auf den New Yorker Design-Auktionen in der zweiten Dezemberwoche 2012 den Nerv des Marktes. Christie’s forderte mit 200 Losen aus dem Nachlass Steven Greenbergs sogar Paris als den primären Umschlagplatz für Art Déco heraus. Greenberg hatte sehr kenntnisreich schon seit den 1970ern gekauft.
„Dieser Stil zieht regelmäßig neue internationale Kunden an. Die Stücke lassen sich auch gut mit vielen anderen Perioden kombinieren“, weiß die New Yorker Kunstberaterin Nancy McClelland. Einige außergewöhnlich hohe Zuschläge hoben die Sammlung Greenberg mit 17 Millionen Dollar locker über die Erwartungen. Der schillernde New Yorker Greenberg, ein Freund Warhols, hatte sich vor allem als Nachtclubbetreiber einen Namen gemacht. Mit zwei Partnern gründete er 1978 die lange populäre Rollschuhdisco Roxy NYC im Meatpacking District. In das seit Jahren leerstehende Gebäude wird übrigens im Januar die internationale Galerie Hauser & Wirth einziehen.

Im Salon des Atlantik-Liners
Ein sehr schöner sechsteiliger brauner Lackwandschirm mit abstrakter Dekoration von der brillanten irischen Designerin Eileen Gray (etwa 1922-25) schwang sich zum teuersten Stück der Woche auf. Für ihn bewilligte die gerade neu eröffnete New Yorker Kelly Gallery 1,87 Millionen Dollar, war aber bereit, noch höher zu bieten. Auch um Einrichtungsgegenstände des prächtig ganz in Art Déco ausgestatteten Atlantik-Liners „Normandie“, der 1935 als größtes und schnellstes Schiff der Welt gebaut wurde, gab es wie gewohnt starken Wettbewerb. Ein Glasbild mit rückseitiger Vergoldung nach Jean Dupas‘ Wanddekoration „Triumph des Poseidon“ vervielfachte die Erwartung auf 578.500 Dollar. Das 125 mal 155 Zentimeter messende Stück stammt aus dem „Grand Salon“ des Schiffes. Dupas hatte es selbst für die Chefetage der Reederei kopiert. Die sechs mal fast neun Meter große komplette Salondekoration hängt heute im Metropolitan Museum in New York.

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