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20.09.2011

15:53 Uhr

Deutsche Bahn

Jeder fünfte Fernzug hat Verspätung

Wer in diesem Jahr fünfmal einen Fernzug nahm, kam einmal zu spät ans Ziel - das sagt die offizielle Statistik der Bahn. Über die Pünktlichkeit ihrer Züge will sie nun monatlich Bericht erstatten.

Ein Reisender betrachtet im Hauptbahnhof von Osnabrück eine Anzeigentafel, die die Verspätungen im Zugverkehr anzeigt. Die Deutsche Bahn will über Verspätungen ihrer Züge künftig besser informieren. dpa

Ein Reisender betrachtet im Hauptbahnhof von Osnabrück eine Anzeigentafel, die die Verspätungen im Zugverkehr anzeigt. Die Deutsche Bahn will über Verspätungen ihrer Züge künftig besser informieren.

Berlin.Jeder fünfte Fernzug in Deutschland ist in diesem Jahr verspätet angekommen. Die Quote pünktlicher ICE und Intercitys lag von Januar bis August bei 80,4 Prozent, wie die Deutsche Bahn am Dienstag mitteilte. „Wir wollen besser werden. Wir sind aber nicht so schlecht, wie immer behauptet wird“, sagte das Bahn-Vorstandsmitglied für Personenverkehr, Ulrich Homburg, in Berlin.

Erstmals veröffentlichte das Staatsunternehmen am Dienstag im Internet unter http://www.bahn.de/puenktlichkeit eine Pünktlichkeitsstatistik mit bundesweiten Monatswerten - und wird dies nun jeden Monat tun. Die Bahn definiert Züge mit weniger als sechs Minuten Verspätung als pünktlich. Im Regionalverkehr einschließlich der S-Bahnen waren in den ersten acht Monaten des Jahres laut Statistik 93,5 Prozent der Züge pünktlich. Der gesamte Personenverkehr der Bahn kam damit auf 93,2 Prozent. In den Zahlen spiegelt sich wider, dass viel mehr Regional- als Fernzüge unterwegs sind: Täglich fahren mehr als 25.000 Regionalzüge und lediglich rund 1300 Fernzüge.

Während der Regionalverkehr in jedem Monat dieses Jahres zu 93 oder mehr Prozent pünktlich war, gab es im Fernverkehr zwei besonders schwache Monate: den Januar mit 77,6 Prozent und den Juni mit 78,5 Prozent. Im Januar sorgte vor allem das Wetter für Probleme, im Juni der Brand in einem Stellwerk in St. Goar südlich von Koblenz, der den Zugverkehr am Rhein stark behinderte. Homburg nannte als Hauptgrund für Verspätungen die stark genutzten Knotenpunkte etwa in Köln, Hamburg, Hannover und Frankfurt. Dort komme es immer wieder zu Engpässen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte, in die überlasteten Knoten sei vom Eigentümer Bund „jahrzehntelang nichts investiert worden“. Die Bahn habe sich lange auf Großprojekte konzentriert, aber auch Weichen und Überholgleise abgebaut, sagte Pro-Bahn-Vorsitzender Karl-Peter Naumann der Nachrichtenagentur dpa. „Das rächt sich jetzt.“ Bahnchef Rüdiger Grube sei aber auf dem richtigen Weg, wenn er sich wie versprochen verstärkt dem „Brot-und-Butter-Geschäft“ zuwende.

Kommentare (2)

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Harakirri

20.09.2011, 16:35 Uhr

Wer jahrelang nicht in Schiene und Straße investiert wird Stillstand erfahren. Marode Fernstraße und Schienenwege nehmen dramatisch zu!

Account gelöscht!

21.09.2011, 09:16 Uhr

Bei einer Fernreise ist es völlig normal, dass man 5mal umsteigen muss - beispielsweise vom Bus in die S-Bahn, in den 1. ICE, in den 2. ICE und dann wieder in die S-Bahn und Bus. Während Fernzüge vielleicht noch ein paar Minuten aufeinander warten, werden Regional- und Fernverkehr völlig unabhängig voneinander betrieben. Folglich erhöht sich die Reisezeit immer und zwangsweise um 20 min, weil man eine S-Bahn früher zum Fernzug nehmen muss, als das eigentlich nötig wäre.

Kalkuliert man dann noch die Umwege ein (z.B. Freising-Berlin über München und Fulda), ist die Bahn weder preislich noch zeitlich irgendeine Konkurrenz zum Auto. Bei meinen 40.000 km/a komme ich auf Vollkosten von unter 25 ct/km und kann noch mehrere Personen mitnehmen. Und im Schnitt zwei Stunden schneller ist das Auto auch noch.

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