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10.05.2014

02:30 Uhr

Deutscher Filmpreis in Berlin

Goldene Lola geht an Edgar Reitz' „Die andere Heimat“

Das Auswanderer-Epos „Die andere Heimat“ von Edgar Reitz hat die Goldene Lola erhalten. Die meisten Preise räumte beim Deutschen Filmpreis in Berlin aber der Alpen-Western „Das finstere Tal“ ab.

Freude bei Regisseur Edgar Reitz: Sein Film „Die andere Heimat“ wurde bei der Verleihung des 64. Deutschen Filmpreises mit der Goldenen Lola ausgezeichnet. dpa

Freude bei Regisseur Edgar Reitz: Sein Film „Die andere Heimat“ wurde bei der Verleihung des 64. Deutschen Filmpreises mit der Goldenen Lola ausgezeichnet.

BerlinDas Auswanderer-Drama „Die andere Heimat“ von Edgar Reitz ist als bester Film des Jahres ausgezeichnet worden. Beim 64. Deutschen Filmpreis in Berlin bekam der vier Stunden lange Schwarz-Weiß-Film die Goldene Lola. Das Epos erhielt auch Preise für die Regie und das Drehbuch.

Eine Lola in Silber erhielt der Alpen-Western „Das finstere Tal“ von Andreas Prochaska, der damit insgesamt acht Preise erhielt, unter anderem für Tobias Moretti als bester Nebendarsteller, die Kamera, das Szenenbild und die Tongestaltung. Eine Lola in Bronze ging an das deutsch-norwegische Frauen-Drama „Zwei Leben“ von Georg Maas.

Der Publikumsrenner „Fack ju Göhte“, den mehr als sieben Millionen Menschen sahen, ging fast leer aus und bekam nur eine undotierte Trophäe als besucherstärkster Film. Die Schulkomödie von Bora Dagtekin zählte zu den sechs nominierten Spielfilmen.

Zum besten Hauptdarsteller wurde Dieter Hallervorden (78) für seine Rolle als Marathonläufer in „Sein letztes Rennen“ von Kilian Riedhof gekürt. Jördis Triebel bekam für ihren Auftritt in „Westen“ von Christian Schwochow („Der Turm“) eine Goldene Lola als beste Schauspielerin.

Helmut Dietl für sein Lebenswerk geehrt

Für sein Lebenswerk ehrte die Deutsche Filmakademie den Regisseur Helmut Dietl („Schtonk“, „Zettl“). Der 69-Jährige nahm die Auszeichnung bei der Verleihung des 64. Deutschen Filmpreises von Schauspieler, Regisseur und Comedystar Michael „Bully“ Herbig entgegen. „Er hat Filmgeschichte geschrieben, Meisterwerke geschaffen“, sagte Herbig.

„Danke, danke, danke! Bitte setzen Sie sich hin, sonst muss ich weinen“, meinte Dietl, als sich die 1800 Gala-Gäste respektvoll von ihren Plätzen erhoben. Ausdrücklich dankte der krebskranke Dietl seiner Frau. Die Tatsache, dass er an diesem Abend auf der Bühne stehe, habe er der Pflege seiner Frau zu verdanken.

Zum besten Kinderfilm wählte die Akademie das Pferdeabenteuer „Ostwind“ von Katja von Garnier. Bester Dokumentarfilm wurde „Beltracchi - Die Kunst der Fälschung“ von Arne Birkenstock über den gleichnamigen Kunstfälscher.

Gerhard Meixner und Roman Paul von der Produktionsfirma "Razor Film" erhielten den Bernd Eichinger-Preis. Dieser geht seit 2012 an Einzelpersonen oder Filmteams, die "im Sinne Eichingers einen maßgeblichen Beitrag zur Kinokultur geleistet haben", wie es bei der Filmakademie heißt. Meixner und Paul widmeten den Preis dem Dokumentarfilmer Michael Glawogger aus Österreich, der kürzlich an Malaria verstarb.

Die Gala im Berliner Tempodrom moderierte der Schauspieler Jan Josef Liefers („Tatort“). Die Lola wird von der Deutschen Filmakademie verliehen, deren Präsidentin die Schauspielerin Iris Berben ist. Der Filmpreis ist mit Preisgeldern von insgesamt drei Millionen Euro Deutschlands höchstdotierter Kulturpreis.

Das Geld kommt aus dem Haushalt von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Sie sagte, 2013 sei ein „fantastisches Kinojahr“ für den deutschen Film gewesen, der einen Marktanteil von 26,8 Prozent erreicht habe.

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