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18.12.2014

11:39 Uhr

Die besten Filme 2014

Eine Nymphomanin, geldgeile Wölfe und Hobbits

VonMarcel Reich

Das Film-Jahr 2014 war überragend. Statt einfallslosen Sequels lieferten die Studios einen neuen Kracher nach dem anderen. Zu sehen gab es einen gierigen Wallstreet-Wolf, Beschützer der Galaxie und eine Sexbesessene.

DüsseldorfDas Film-Jahr 2014 geht mit einem Donnerschlag zu Ende: Der letzte Teil der „Hobbit“-Trilogie erobert gerade die Kinoleinwand. Es ist ein guter Film geworden, jedoch bei weitem nicht der Beste in 2014. Lassen Sie sich mitnehmen auf eine Reise durch das Film-Jahr 2014. Schon der Januar startete mit einem der größten Kracher überhaupt...

Januar: The Wolf of Wallstreet

Denn da eroberte direkt einer der erfolgreichsten Filme des gesamten Jahres die Leinwand. Nach „Gangs of New York“, „Aviator“, „Departed“ und „Shutter Island“ lieferte das Erfolgsduo Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese mit „The Wolf of Wallstreet“ bereits sein fünftes Meisterwerk ab. Der Film basiert auf dem Leben des Bankers Jordan Belfort, der bereits als junger Mann durch Aktienbetrügereien zum Millionär wurde. Das Geld nutzt er, um seinen exzessiven Lifestyle, bestehend aus Drogen, Partys und Frauen zu finanzieren. Bis ihm irgendwann das FBI auf die Schliche kommt. In „The Wolf of Wallstreet“ liefert DiCaprio eine großartige schauspielerische Leistung ab, die ihn zurecht auf den Oscar als bester Hauptdarsteller hoffen ließ. Am Ende wieder einmal vergeblich.

Das Werk von Martin Scorsese ist eine einzige Party auf Speed, über drei Stunden wird alles eigentlich nur noch abgedrehter. So hat der Film nicht wirklich eine Botschaft, unfassbar unterhaltend ist er dennoch zu jeder Minute. Alleine in Deutschland gingen knapp 2,4 Millionen Zuschauer dafür ins Kino.

Die Schauspieler Stacy Martin und Shia LaBeouf in einer Szene des Films „Nymphomaniac“. Mit dem Erotikdrama sorgte er im Februar für ordentlich Aufregung. dpa

Die Schauspieler Stacy Martin und Shia LaBeouf in einer Szene des Films „Nymphomaniac“. Mit dem Erotikdrama sorgte er im Februar für ordentlich Aufregung.

Februar: Nymphomaniac

Im Februar starteten gleich mehrere Filme, an die man sich auch noch in ein paar Jahren erinnern wird. So zum Beispiel an „Nymphomaniac“, der Abschluss von Lars von Triers „Depressions“-Trilogie. Nach „Antichrist“ und „Melancholia“ kann Hauptdarstellerin Joe (Charlotte Gainsbourg) nur auf eine Weise zumindest kurzzeitig Glück verspüren: durch immer neue Sexpartner. Dabei kennt Regisseur Lars von Trier keine Tabus, der Film bietet einige explizite Szenen. Davon sollte man sich jedoch nicht blenden lassen. Nymphomaniac ist ein tiefgründiges, analytisches Drama. Sex dient darin als künstlerisches Vehikel: Joe kann sich in einer immer schnelllebigeren Welt niemandem mehr so ganz öffnen, sondern braucht immer wieder das neue, aufregende Moment.

Filme, in denen häufig das Wort „Fuck“ vorkommt

Fuck – eine Dokumentation über das Wort

Jahr: 2005

Gezählte „Fucks“: 857

Länge: 93 Minuten

Quote: 9,21 „Fucks“ pro Minute

Zitat: „Fuck off. It's such a lovely pair of words! And it's international. I don't care where you are – if somebody's fuckin' with your bags in Lhasa Airport in Tibet and he's got a shaven head and saffron clothes on and you say 'hey, fuck off!', he knows exactly what you mean. Exact – he will fuck off.“ („Verpiss dich. Es ist so ein entzückende Wortpaar! Und es ist international. Es kümmert mich nicht, wo du bist – wenn sich jemand im Lhasa-Flughafen in Tibet an deinen Taschen vergreift und er einen rasierten Kopf hat und ein Safran-Gewand trägt und du sagst 'Hey, verpiss dich!', weiß er genau, was du meinst. Exakt – er wird sich verpissen.“

The Wolf of Wall Street

Jahr: 2013

Gezählte „Fucks“: 569

Länge: 179 Minuten

Quote: 3,18 „Fucks“ pro Minute

Zitat: „Let me give you some legal advice: Shut the fuck up!“ („Lass mich dir einen Rat geben: Halt dein verdammtes Maul!“)

Summer of Sam

Jahr: 1999

Gezählte „Fucks“: 435

Länge: 142 Minuten

Quote: 3,06 „Fucks“ pro Minute

Zitat: „You want me to tell you how to fuck your husband?“ („Du willst, dass ich dir erkläre, wie du deinen Ehemann ficken sollst?“)

Casino

Jahr: 1995

Gezählte „Fucks“: 422

Länge: 178 Minuten

Quote: 2,4 „Fucks“ pro Minute

Zitat: „If you don't have my money for me, I'll crack your fuckin' head wide-open in front of everybody in the bank. And just about the time that I'm comin' out of jail, hopefully, you'll be coming out of your coma. And guess what? I'll split your fuckin' head open again. 'Cause I'm fuckin' stupid. I don't give a fuck about jail. That's my business. That's what I do.“ („Wenn Sie mir das Geld nicht zurückgeben, schlag ich Ihnen Ihre dicke Birne ein, vor allen Mitarbeitern der Bank. Und etwa zu der Zeit, wenn ich wieder aus dem Knast rauskomme, hoffentlich, erwachen Sie dann wieder aus Ihrem Koma. Und wissen Sie was? Dann hämmere ich Ihnen noch mal die Birne ein. Weil ich ein dummes Schwein bin, und ich scheiß was auf den Knast. Das ist mein Geschäft. Das ist, was ich tue.“)

Pulp Fiction

Jahr: 1994

Gezählte „Fucks“: 265

Länge: 154 Minuten

Quote: 1,72 „Fucks“ pro Minute

Zitat: „Well, I'm a mushroom-cloud-layin' motherfucker, motherfucker! Every time my fingers touch brain, I'm Superfly T.N.T., I'm the Guns of the Navarone! In fact, what the fuck am I doin' in the back? You're the motherfucker who should be on brain detail! We're fuckin' switchin'! I'm washin' the windows, and you're pickin' up this nigga's skull!“ („Ich bin eine verdammte Atompilzwolke, du Schmierbacke. Jedes Mal, wenn meine Finger Gehirn berühren, bin ich Super Fly T.N.T., werd ich zu den Kanonen von Navarone. Was zum Henker mach ich überhaupt hier hinten? Du bist der Wichser, der den Hirn-Sondereinsatz fahren sollte. Wir tauschen verdammt, ich putze die Scheiben und du sammelst das Gelee von dem Nigger auf!“)

The Big Lebowski

Jahr: 1998

Gezählte „Fucks“: 260

Länge: 117 Minuten

Quote: 2.22 „Fucks“ pro Minute

Zitat: „Fuck it, Dude. Let's go bowling.“ („Scheiß drauf, Kumpel. Lass uns bowlen gehen.“)

Für das Projekt konnte Lars von Trier zahlreiche Stars begeistern. Stellan Skarsgård, Shia LaBeouf, Christian Slater, Jamie Bell, Uma Thurman, Willem Dafoe und mehr sind dabei.
Der Film nimmt sich Zeit: vier Stunden dauert „Nymphomaniac“. In Deutschland wurde das Werk daher in zwei Parts aufgeteilt. Künstlerisch macht das wenig Sinn. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich den Film in einem Durchgang anschauen. So wirkt das Gesehene noch viel mehr. Es lohnt sich.

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