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24.12.2014

15:20 Uhr

„Die Entdeckung der Unendlichkeit“

Die Theorie von einfach allem

VonMarcel Reich

Stephen Hawkings Theorien haben die Welt der Physik auf den Kopf gestellt. „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ erzählt von seinem bewegenden Leben – und seiner großen Liebe. Ein Film, der zur richtigen Zeit kommt.

Eddie Redmayne als der junge Stephen Hawking in „The Theory of Everything.“ ap

Eddie Redmayne als der junge Stephen Hawking in „The Theory of Everything.“

DüsseldorfStephen Hawking gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten unserer Zeit, sowohl in der Welt der Wissenschaft als auch in der Populär-Kultur. Nun kommt der erste Spielfilm in die Kinos, der sich traut, das Leben des Astrophysikers nachzuzeichnen. „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ erzählt die Geschichte, wie Stephen Hawking für die zwei wichtigsten Dinge in seinem Leben kämpfte. Das eine ist die Physik, die andere die Liebe seines Lebens.

Im Jahr 1963 studiert der 21-jährige Stephen Hawking (Eddie Redmayne) Physik an der legendären Cambridge University. Intellektuell ist er seinen Kommilitonen von Beginn an mehr als nur nur einen Schritt voraus, dennoch kommt auch sein Sozialleben nicht zu kurz. In der Uni verguckt er sich in die Romanistikstudentin Jane Wilde (Felicity Jones), die Anziehungskraft beruht auf Gegenseitigkeit – die beiden werden ein Paar.

Regisseur James Marsh startet seine Erzählung zu einem Zeitpunkt, an dem Hawkings ALS-Krankheit noch sehr weit weg ist, viele Zuschauer werden ihn erstmals ohne seinen Rollstuhl oder seinen Sprachcomputer sehen. Dabei stützt sich Marsh auf die Memoiren von Hawkings erster Frau Jane Wilde („Die Liebe hat elf Dimensionen“).

Die Erzählstruktur seines Films folgt dabei klassischen Biopic-Vorbildern, die wichtigsten Momente werden der Reihe nach abgehakt. Dennoch bleibt der Film dynamisch, nichts wirkt hölzern. Das liegt auch an den beiden großartigen Hauptdarstellern. Vor allem Eddie Redmayne als Stephen Hawking meistert seine Aufgabe hervorragend, denn schon bald zeichnet sich der körperliche Zerfall bei Hawking unausweichlich ab. Das Gehen fällt ihm schwerer, die Motorik lässt immer mehr nach.

Nach der Diagnose ALS geben ihm die Ärzte nur noch zwei Jahre zu leben. Er fordert Jane auf, ihn zu verlassen, doch die denkt gar nicht daran. Obwohl seitdem die unbeschwerten Tage gezählt sind, bleibt sie bei ihm. 1965 heiraten die beiden, 1967 wird ihr erstes Kind geboren. Danach baut Hawking immer mehr ab, bald ist er an den Rollstuhl gefesselt.

Ab hier wird die Zeit ein großes Thema des Films, die dem Paar immer mehr wie Sand durch die Hände gleitet. Nichts kann mehr festgehalten werden, es zählt nur noch der Moment. Das alles wirkt nie kitschig, und ist deshalb immer bewegend. Und während sein Körper immer mehr nachlässt, bleibt Hawkings Geist ungebrochen.

Er promoviert, seine Karriere als Physiker nimmt Fahrt auf. Später verfasst er unter anderem das Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“, das ihn auch bei einem Publikum abseits der Wissenschaftswelt bekannt machte. Bis heute wurde das Werk 25 Millionen Mal verkauft.

In dem Werk beschäftigt sich Hawking mit Fragen der Kosmologie, und vor allem der Rolle der Zeit, dessen universelle Fragestellungen auch sein wissenschaftliches Leben geprägt haben. Passend daher der englische Originaltitel des Films: „The Theory of Everything“, „Die Theorie von allem“. Liebe und Hoffnung, Leben und Tod, das alles bildet den Rahmen.

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