Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2005

08:10 Uhr

Die populärsten Filme des Jahres

Amerikaner wählten Fahrenheit 9 11 zum beliebtesten Film

Die beiden umstrittensten Filmemacher des vergangenen Jahres und ein längst weltbekanntes Waldmonster stehen in der Gunst des amerikanischen Publikums an vorderster Stelle.

HB NEW YORK. Michael Moores regierungskritisches Dokumentarwerk „Fahrenheit 9/11“, Mel Gibsons Jesus-Epos „Die Passion Christi“ und der Animationsstreifen „Shrek 2“ gewannen in der Nacht zum Montag die US-Publikumspreise für die beliebtesten Kinofilme des vergangenen Jahres.

Der erneute Erfolg des grünen Monsters „Shrek“ in der Kategorie „beliebteste Filmkomödie“ hatte als sicher gegolten. Jedoch kam der Preis für „Fahrenheit 9/11“ als der populärste Film des Jahres 2004 überhaupt nach dem deutlichen Wahlsieg von Präsident George W. Bush im November für viele überraschend. „Die Passion Christi“ siegte in der Kategorie Filmdrama.

Michael Moore, der vom Publikum in der Show des Senders CBS mit großem Jubel auf der Bühne begrüßt wurde, widmete seinen Preis den amerikanischen Soldaten im Irak sowie deren Eltern. „Überall im Land gibt es Mütter und Väter, die Söhne und Töchter im Irak haben. Wir beten heute Nacht für sie.“

"Aufforderung für weitere Dokumentarstreifen"

Er betrachte die Auszeichnung als Aufforderung, mehr Filme wie „Fahrenheit 9/11“ zu machen, sagte Moore. In dem Dokumentarstreifen stellt er Präsident George W. Bush sowie Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und andere führende Mitglieder der US-Regierung als Kriegstreiber dar.

Gibson erklärte, er habe seinen Jesus-Film außerhalb des etablierten Studiosystems realisieren müssen. Der Erfolg sei allein dem großen Zuspruch des Publikums zu danken. Der Preis bedeute ihm daher „viel mehr als andere“. Der Film war wegen seiner Gewaltszenen kritisiert worden. Zudem war Gibson von einigen Vertretern jüdischer und christlicher Organisationen vorgehalten worden, er schüre Unfrieden zwischen Anhängern der beiden Religionen.

Die Nominierungen und die Preisentscheidungen für die People's Choice Awards werden seit mehr als 30 Jahren durch repräsentative Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Gallup ermittelt. Seit einigen Jahren werden dabei auch Abstimmungen im Internet berücksichtigt. Die Preise entsprechen oft weit mehr dem allgemeinen Publikumsgeschmack als Auszeichnungen, die von Fachgremien wie der US-Filmakademie vergeben werden.

Als die populärsten Kino-Stars der Amerikaner wurde auf diese Weise Julia Roberts, Angelina Jolie und Renée Zellweger sowie Johnny Depp, Will Smith und Brad Pitt ermittelt. Der beliebteste Talkmaster im nächtlichen Fernsehen ist nach wie vor David Letterman. Als beliebteste neue Drama-Serie erwies sich „Desperate Housewives“. Sie gilt als würdiger Nachfolger für „Sex and the City“. Die Preise für die populärsten Musiker gingen unter anderem an die irische Band U2, die R&B-Stars Alicia Keys und Usher sowie an die Country-Stars Brooks & Dunn, Shania Twain und Tim McGraw.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×