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11.01.2012

19:08 Uhr

Dieter Hallervorden in der Kritik

Schwarz angemalter Weißer löst Debatte um Rassismus aus

Dieter Hallervorden ist eher für Klamauk und Satire bekannt. Jetzt hat der Komiker eine erbitterte Debatte über Rassismus losgetreten. Ohne jede Absicht, sagt er.

Der Schauspieler und Theaterleiter Dieter Hallervorden posiert im Schlosspark Theater in Berlin mit dem Plakat für das neue Stück „Ich bin nicht Rappaport". dpa

Der Schauspieler und Theaterleiter Dieter Hallervorden posiert im Schlosspark Theater in Berlin mit dem Plakat für das neue Stück „Ich bin nicht Rappaport".

BerlinEin weißer Schauspieler, der einen Farbigen spielt und sich dafür schwarz anmalt - ist das Rassismus? Altprofi Dieter Hallervorden hat mit der Inszenierung der US-Tragikomödie „Ich bin nicht Rappaport“ an seinem Berliner Schlosspark Theater im Internet eine erbitterte Diskussion darüber ausgelöst.

In tausenden Beiträgen bekriegen sich die Nutzer auf der Facebookseite des Theaters gegenseitig. „Absetzen!“ fordern die einen, „Dummes Geschwätz von Ewiggestrigen“, sagen die anderen. Das Stück ist eher harmlos-sentimental. Zwei alte Männer, Nat und Midge, treffen sich regelmäßig auf einer Parkbank im New Yorker Central Park, um über Gott und die Welt und die Probleme des Alters zu reden.

Schon bei der deutschen Erstaufführung 1987 spielte Joachim Bliese den farbigen Midge. Damals war sein Partner Bernhard Minetti, heute ist es Dieter Hallervorden. „In meiner Gedankenwelt ist absolut kein Platz für Rassismus“, versicherte der 76-jährige Theaterchef in einer persönlichen Erklärung.

In den bisher etwa 40 deutschsprachigen Aufführungen habe erst zwei Mal ein Farbiger den Part gespielt, auch diesmal habe man keinen geeigneten schwarzen Darsteller gefunden. „Wo ist 2012 das Problem, das es bis 2010 nicht war?“, fragt er.

Auslöser der Internet-Schlacht war das Premierenplakat, das Hallervorden kiffend und den schwarz bemalten Bliese glupschäugig grinsend zeigt. Die ersten Kritiker im Netz fühlten sich an die rassistische Tradition des „Blackfacing“ im Amerika des 19. Jahrhunderts erinnert: Weiße Schauspieler malten sich damals mit Ruß oder Schuhcreme an und spielten so den angeblich naiven und immer fröhlichen „Neger“.

Kommentare (6)

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kaielves

11.01.2012, 19:56 Uhr

Frau Merkel ist eine Rassistin denn sie hat einen Sternsinger mit braun angemaltem Gesicht empfangen!

Schnell schnell, packt die Nazibraut ihr Qualitätsjournalisten!! Die NSU steckt überall !!11

anonymus_007

11.01.2012, 20:32 Uhr

Wie Einstein schon sagte:"Das Weltall und die Dummheit der Menschen ist unendlich. Nur beim Weltall bin ich mir nicht mehr ganz sicher".
Da sieht man mal wieder wie Recht er hat!

Island

11.01.2012, 22:46 Uhr

Es ist schon traurig wie Dieter Hallervorden behandelt wird.

Pressefreiheit und Meinungsfreiheit sind ein hohes Gut und wird wieder mit Füßen getreten.

Von Leuten wie: Der schwarze Schauspieler Leander Graf von „Label Noir“, einer Gruppe afro-deutscher Schauspieler in Berlin, kann den Vorwurf des Rassismus nachvollziehen. „Die Zeiten sollten vorbei sein, wo wir die Hautfarbe als ein Zeichen für das Anderssein nehmen“, sagt der 31-jährige Berliner. Auch er wünsche sich, als Afro-Deutscher ganz selbstverständlich „weiße“ Rollen spielen zu können.

Er ist kein Deutscher und der Begriff „Afro-Deutscher“ ist schlichtweg falsch.

Es wurden Gesellschaftliche Themen auch im Theater angesprochen die man sonst nicht öffentlich ansprechen dürfte.

Theater ist ein Teil unserer Kultur.

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