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09.06.2012

08:42 Uhr

Documenta in Kassel

Künstler gegen angebliche Zensur

Künstler, Wissenschaftler und Philosophen stellen ab heute bei der 13. Documenta aus. Doch schon an weltgrößten Kunstausstellung gibt es Kritik: Einige Teilnehmer glauben, dass die Leitung bestimmte Kunst verbietet.

Das Werk des chinesischen Künstlers Yan Lei auf der documenta (13) in Kassel. AFP

Das Werk des chinesischen Künstlers Yan Lei auf der documenta (13) in Kassel.

KasselZur Kunstausstellung documenta (13) erwarten die Veranstalter rund 750 000 Besucher. Die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bagarkiev sagte, sie sei glücklich, wenn sie die Zahl der vergangenen Ausstellung erreiche. Zudem wurde die bis dahin streng geheime Künstlerliste der weltweit bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst präsentiert. Die „Weltkunstschau“ öffnet heute für das Publikum und dauert genau 100 Tage.

Mit so vielen Teilnehmern und an so vielen Orten wie nie zuvor präsentiert sich die Weltkunstausstellung (9.6. bis 16.9.) in der nordhessischen Stadt. Auf der Teilnehmerliste stehen fast 300 Namen - von Abdul bis Zuse -, aber bei weitem nicht alle sind Künstler. Eingeladen sind auch Wissenschaftler und Philosophen. Was diese Teilnehmer ausstellten, „mag Kunst sein oder nicht“, sagte Christov-Bagarkiev am Mittwoch. „Die Grenze zwischen dem, was Kunst ist und was nicht, wird unwichtiger.“ Der Kunstbegriff ist daher weit gefasst.

Bis Mitte September werden in Kassel eine dreiviertel Million Besucher erwartet, ebenso viele wie bei der Vorgängerschau 2007. Offiziell wird die Weltkunstschau, die nur alle fünf Jahre stattfindet, am Samstag von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet. Für genau 100 Tage steht Kassel dann wieder im Mittelpunkt der aktuellen Kunstszene.

Nicht nur inhaltlich hat die Amerikanerin Christov-Bagarkiev die weltweit am meisten beachtete Ausstellung ausgeweitet, auch räumlich: Kassel ist nicht der einzige Schauplatz - auch in Kabul, Kairo und einem Nationalpark in Kanada sind Aktionen geplant - „phänomenale Räumlichkeiten, an denen die documenta (13) physisch und konzeptuell verortet ist“, wie die documenta mitteilte.

Fakten zur Documenta 13

Dauer

100 Tage (9. Juni bis 16. September)

Künstler

Die Teilnehmerliste umfasst 297 Namen, darunter sind aber auch Wissenschaftler, Mitarbeiter des Kuratorenteams und Tote.

Künstlerische Leiterin

Carolyn Christov-Bakargiev

Orte

Hauptorte in Kassel sind Fridericianum, documenta-Halle, Neue Galerie, Orangerie und der Karlsaue-Park. Es gibt aber viele weitere Orte wie ein Kino oder ein Hotel. Auch Veranstaltungen in Kabul, Kairo und Kanada gehören dazu.

Ausstellungsfläche in Kassel (inklusive Außenflächen)

rund 1,5 Quadratkilometer

Besucher

Vor fünf Jahren kamen rund 750 000, diese Zahl möchte die documenta-Chefin wieder erreichen.

Etat der Documenta 13

24,6 Millionen Euro

Akkreditierte Journalisten

mehr als 2500

Öffnungszeiten

täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr

Preise

Tageskarte 20 Euro (ermäßigt 14 Euro), Zweitages-Karte 35 Euro (ermäßigt 25 Euro), Dauerkarte 100 Euro (ermäßigt 70 Euro), Familientageskarte für bis zu zwei Erwachsene und drei Kinder 50 Euro.

Publikationen

„Das Buch der Bücher“ mit Abbildungen und Aufsätzen, „Das Logbuch“ über die Entstehung der documenta und „Das Begleitbuch“ zu den Kunstwerken.

Auch innerhalb Kassels wurde das documenta-Gelände so ausgeweitet wie nie zuvor. Neben Museumsräumen und einem Park wird Kunst auch an vielen alltäglichen Orten zu sehen sein - einem Kino und einem Bahnhof, in einem Bunker, Kaufhäusern oder einem ehemaligen Kloster, das einst Gefängnis, KZ und Besserungsanstalt war und heute als psychiatrische Klinik genutzt wird. In einem Park sind rund zwei Dutzend Holzhütten aufgebaut, in denen Kunst gezeigt wird. Damit wird die Ausstellung weitläufiger als je zuvor.

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