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15.09.2014

11:47 Uhr

Downton Abbey

„ZDF versenkt grandiose Serie - mal wieder“

VonHeidi Trabert

Viele Fans der preisgekrönten TV-Serie Downton Abbey sind sauer. Denn die Saga um eine britische Familie in den 1920er Jahren läuft nun samstags am Nachmittag. Ein schlechter Sendeplatz mit schlechten Quoten.

Maggie Smith Gräfin Grantham in der britischen Erfolgsserie „Downton Abbey“: Zweifellos lebt die Serie auch von der Detailverliebtheit, mit der britische Traditionen gepflegt werden. ap

Maggie Smith Gräfin Grantham in der britischen Erfolgsserie „Downton Abbey“: Zweifellos lebt die Serie auch von der Detailverliebtheit, mit der britische Traditionen gepflegt werden.

DüsseldorfMichelle Obama, William und Kate, Mick Jagger und Katy Perry haben zwei Dinge gemeinsam: Sie zählen zur weltweiten Fan-Gemeinde der britischen Erfolgsserie „Downton Abbey“. Und sie können ab November schon die fünfte Staffel sehen. Bei uns startete am Samstag die dritte Fortsetzung erstmals im Free-TV.

Doch der Auftakt war schlecht mit einer mageren Quote. Und viele Fans schimpften, nicht über die Serie an sich, sondern über das ZDF. Denn der Sender hat die preisgekrönte Serie vom Vorabendprogramm auf den Nachmittag verbannt.

Nur 710.000 Zuschauer hätten die Perle im ZDF-Programm gefunden, schrieb Marcel Pohlig auf der Internetseite www.dwdl.de. Damit habe "Downton Abbey" ein neues Tief aufgestellt. Gestartet war die Serie vor knapp zwei Jahren im ZDF noch mit über zwei Millionen Zuschauern. Bei der letzten Folge in der vergangenen Weihnachtszeit waren auch noch 1,60 Millionen Zuschauer dabei - allerdings sehr wenige junge Zuschauer.

Fakten zur Erfolgsserie „Downton Abbey“

Teuerste britische Serie

Downton Abbey gilt mit Produktionskosten von einer Million Pfund pro Sendestunde als die teuerste TV-Serie in Großbritannien.

Exportschlager

Der Aufwand, den die Macher der Serie betreiben, hat sich gelohnt. „Downton Abbey“ wurde in 220 Länder verkauft und bisher von 120 Millionen Zuschauern gesehen.

George Clooney als Gast

Hollywood-Star George Clooney (53) tritt in einer Mini-Folge auf, die im Dezember als Teil einer Charity-Show des britischen Senders ITV ausgestrahlt wird. Mit Hugh Bonneville, der in „Downton Abbey“ den Schlossherrn spielt, hat Clooney schon im Film „The Monument Men“ zusammengearbeitet. Der Oscar-Preisträger soll sogar darüber nachgedacht haben, das Schloss als Hochzeitskulisse zu nehmen - weil es seiner Braut Amal Alamuddin bei einem Besuch so gut gefallen hat.

Ein Schloss als Star

Heimlicher Star der Serie ist Highclere Castle, das in Wahrheit in Hampshire steht, nicht wie im Film suggeriert in der Grafschaft Yorkshire. Das Anwesen verfügt über 200 bis 300 Zimmer und dient als Kulisse für die die Aufenthaltsräume der Adelsfamilie sowie für Außenaufnahmen.

Bedienstete drehen im Studio

Die Räume der Bediensteten und die Schlafräume wurden in den Ealing-Studios nachgebaut. In Highclere Castle gehen die Diener nur einige Stufen hinunter…und kommen im Film in der Studio-Küche an.

Drehort als Inspirationsquelle

Drehbuchautor Julian Fellowes (Oscar für „Gosford Park“) hat viele Wochenenden als Gast der echten Besitzer, Lord und Lady Carnavon, auf Highclere Castle verbracht und kam so auf die Idee für die Serie „Downton Abbey“.

Eintrag im Guiness-Buch

2011 erhielt die Serie einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde als „von Kritikern am besten bewertete Fernsehserie“ des Jahres.

Erstaustrahlung

Die erste Staffel wurde in Großbritannien im Herbst 2010 ausgestrahlt und ab 20. Juli 2011 in Deutschland auf dem Pay-TV-Sender Sky Cinema. Die deutschsprachige Free-TV-Premiere der ersten Staffel lief am 6. Juli 2012 im Schweizer SRF 1. In Deutschland wurde die erste Staffel der Serie zu den Weihnachtstagen 2012 auf ZDF und ZDFneo erstmals im Free-TV gezeigt.

Fünf Staffeln

Inzwischen ist die fünfte Staffel abgedreht. Sie startet im November im britischen und amerikanischen Fernsehen. Deutsche Zuschauer müssen sich noch etwas gedulden. Immerhin gibt es schon die vierte Staffel auf DVD, allerdings nur in englischer Sprache.

Im Internet schimpften die Downton-Abbey-Fans über das ZDF. "Selten dämlicher Sendeplatz. Also: Aufnehmen und Weihnachten alles hintereinander schauen", lautete ein Kommentar. Ein anderer Fan schrieb: "Und nun versendet das @ZDF #DowntonAbbey zur Mittagszeit. Diese Top Serie gehört in die PrimeTime."

Da konnte Taz-Autor Jens Mayer nur zustimmen. "Das ZDF versenkt die dritte Staffel der grandiosen Serie „Downton Abbey“ auf einem schlechten Sendeplatz. Mal wieder", stellte er fest. Das ganze hat aus seiner Sicht System im Zweiten.

Vor 13 Jahren sei die bahnbrechende Mafia-Familienserie „Die Sopranos“ im ZDF untergegangen. Seitdem sei das Verhältnis des Senders zu den Produktionen der US-amerikanischen Pay-TV- und Kabelsender nachhaltig gestört. Abseits von Krimiformaten gebe es dort für Fans international gefeierter Serien wenig zu sehen.

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