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10.09.2012

16:08 Uhr

Edles Kunstgewerbe

Händlerstrategien vor der Biennale

VonOlga Grimm-Weissert

Vor und während der Antiquitäten-Biennale flanieren die Freunde von edlem Kunsthandwerk durch die Nobelviertel von Paris. Hier werben Alexis und Nicolas Kugel, Achim Neuse und Volker Wurster aus Bremen sowie Benjamin Steinitz mit thematischen Ausstellungen in höchster Qualität um die Gunst der Sammler.

Ein Paar Potpourri-Vasen der KPM - ein Geschenk der Königin Luise an Joséphine Bonaparte (Vorderseite im Ausschnitt). Galerie Nuese

Ein Paar Potpourri-Vasen der KPM - ein Geschenk der Königin Luise an Joséphine Bonaparte (Vorderseite im Ausschnitt).

ParisSkepsis und Unabhängigkeitsbewusstsein der Antiquitäten-Biennale gegenüber veranlassten gleich mehrere Galeristen, nicht mehr an der aufwendigen Messe teilzunehmen. Und dennoch das Interesse und die Banknoten der zur „Biennale des Antiquaires“ anreisenden internationalen Klientel für sich zu gewinnen – mit thematischen, hochqualitativen Spezialausstellungen. Die deutschen Händler Neuse und Wurster eröffneten den Reigen am 6. September in der Galerie Aveline gegenüber vom Elysée-Palast. Dort offerieren sie eine variantenreiche Auswahl an edlem Kunsthandwerk.

Die beiden Händler mit dem internationalen Flair setzen ganz auf künstlerische und technische Perfektion aus Deutschland. Als Highlight bieten sie ein Paar Porzellan-Vasen mit durchbrochenen Bronzedeckeln aus der Königlichen Preußischen Manufaktur, das Königin Louise von Preußen als Geschenk für Josephine Bonaparte, die erste Frau von Kaiser Napoléon I., bestellt hatte. Vier verschiedene Landschaften von Josephines Schloss Malmaison zieren die urnenförmigen Vasen von 1804. Neuse gibt ihren Preis mit 860.000 Euro an.

Vitrinen schützen die kunstvoll gedrechselten Objekte aus Elfenbein, für die man zwischen 95.000 und 1,1 Million Euro ausgeben muss. Golddosen des deutschen Top-Goldschmieds Johann Christian Neuber (1735 – 1808) sind mit 450.000 - 650.000 Euro angesetzt.

Höfische Prachtentfaltung

Johann Christian Neuber: Gold-Bonbonnière in Form eines Steinkabinetts. Dresden, um 1780 - 1785. Galerie Kugel/Dubois

Johann Christian Neuber: Gold-Bonbonnière in Form eines Steinkabinetts. Dresden, um 1780 - 1785.

Neuber ist der Star im Stadtpalais der Brüder Alexis und Nicolas Kugel, die seit 1996 im Zweijahresrhythmus jeweils ein Sammelgebiet vorstellen, das sie mit einem umfangreichen Katalog dokumentieren. In diesem Jahr zeigen die Brüder Kugel zirka fünfzig unverkäufliche Schatzkunstgegenstände des am Dresdner Hof tätigen Goldschmieds und Mineralien-Verarbeiters J.Ch. Neuber. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Grünen Gewölbe in Dresden und der Frick Collection in New York, wo sie bereits zu sehen war. Das Herzstück ist ein üppig glitzernder ovaler Tisch, mit einer Tischplatte aus Pietra-Dura, Halbedelsteinen, Bergkristall usw. Seit ihn der Kurfürst von Sachsen dem Baron de Breteuil 1779 für seine Diplomatendienste schenkte, blieb der Tisch in dessen gleichnamigem Schloss. Das Kennerauge erfreut sich auch an zirka 40 kostbaren Golddosen von Neubers Hand. Für potentielle Interessenten halten die Brüder Kugel auch verkäufliche Tabakdosen- und Bonbonnieren bereit.

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