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04.11.2016

14:45 Uhr

Eine Erfolgsgeschichte

Zehn Jahre „Rote Rosen“ aus Lüneburg

Millionen Zuschauer schalten täglich die „Roten Rosen“ ein. Fans zieht es dann an den Schauplatz nach Lüneburg. Die Telenovela ist ein touristisches Aushängeschild für die Hansestadt geworden, beide Seiten profitieren.

In der aktuellen Staffel steht in Lüneburg Cheryl Shepard vor der Kamera. dpa

Zehn Jahre „Rote Rosen“

In der aktuellen Staffel steht in Lüneburg Cheryl Shepard vor der Kamera.

LüneburgZehn Jahre nach dem Start sind die „Roten Rosen“ aus Lüneburg kaum wegzudenken – und das betrifft nicht nur die Fans der Serie. Die ARD-Telenovela lebt auch von den in der romantischen Altstadt gedrehten Außenaufnahmen, die wiederum viele Anhänger an den Drehort locken. Manch einer kommt selbst aus Süddeutschland. Und auch in Österreich, Italien oder der Schweiz haben die Rosen Liebhaber.

Die erste Folge flimmerte am 6. November 2006 über die Schirme, seitdem ist Lüneburg an jedem Wochentag als Kulisse zu sehen. Das habe er damals nicht geahnt, sagt Oberbürgermeister Ulrich Mädge. „Mittlerweile sind wir aber schon bei 2300 Folgen angekommen und noch immer lieben die Zuschauer die Serie“, meint das Stadtoberhaupt. „Und auch ich freue mich sehr über die Roten Rosen. Denn eine bessere Werbung können wir uns nicht vorstellen. Seitdem die Serie läuft, hat Lüneburg merklich an Wirtschaftskraft zugenommen“, betont der SPD-Politiker. „Aber wir schätzen die Serie auch, weil die Darsteller und das Team mittlerweile zur Stadt dazugehören, sie ein Teil von ihr geworden sind.“ Produzent Emmo Lempert spricht von einer symbiotischen Beziehung.

Schon einige Monate nach dem Start seien die Übernachtungszahlen in der Stadt gestiegen, heißt es im Rathaus. Rund 225.000 waren es 2006, 2015 fast 319.000. „Von dieser Entwicklung profitieren auch Handel und Gastronomie in Lüneburg“, betont Stadtsprecherin Suzanne Moenck. Die Zahl der „Rosen“-Führungen habe sich seit 2008 auf 105 verdreifacht. „Ein nicht zu vergessender Wirtschaftsfaktor sind auch die etwa 150 Jobs, die die Serienwerft Hamburg mit Hilfe der Serie für Lüneburg schuf.“ Die Innenaufnahmen entstehen in einer ehemaligen Fabrikhalle am Stadtrand. Von Montag bis Freitag wird dort unter Federführung des NDR täglich eine Folge produziert.

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Eine täglich ausgestrahlte Telenovela macht die kleine Stadt bekannt. Zuzügler aus Hamburg lassen sie wachsen und machen die Wohnungen teurer. Zum Glück bieten aufgegebene Kasernengelände Platz für Neubauten.

In der Tourist-Info im Rathaus haben die „Rosen“-Devotionalien eine eigene Ecke. Die Bettwäsche kostet 34,95 Euro, ein Beutel „Johanna's Lieblingstee“ ist für 60 Cent zu haben. Es gibt auch Handtücher, Becher, Kissen, Kochschürzen und das Buch zur Serie. Einen Euro kostet der Aufkleber: „Lüneburg – Die Stadt der Roten Rosen“.

Am Rathaus starten auch die Rosen-Führungen. Wer keinen Platz mehr bekommen hat oder ohnehin lieber allein den Spuren seiner Lieblinge folgt, kann einen Stadtplan mit 30 Drehorten erwerben. Besonders wichtig ist das Hotel „Bergström“, als „Drei Könige“ ist es wichtiger Dreh- und Angelpunkt der kunstvoll verflochtenen Handlungsstränge.

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