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09.04.2014

12:17 Uhr

Einigung erreicht

Staatsanwalt hebt Beschlagnahmung der Gurlitt-Bildern auf

Erst war sein Angebot, die Bilder unter Umständen doch zurückzugeben, jetzt hebt die Staatsanwaltschaft die Beschlagnahmung der rund 1280 Kunstwerke starken Sammlung von Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt auf.

Das Namensschild von Kunstsammler Cornelius Gurlitt an seinem Salzburger Haus. Hier fand man die wertvollen Bilder. dpa

Das Namensschild von Kunstsammler Cornelius Gurlitt an seinem Salzburger Haus. Hier fand man die wertvollen Bilder.

MünchenDie Staatsanwaltschaft Augsburg hat die Beschlagnahmung der Sammlung des Kunsthändlersohns Cornelius Gurlitt aufgehoben. Das teilte die Behörde am Mittwoch mit. Die Einigung war abzusehen: Der Kunstsammler hatte am Dienstag Monate nach dem Bekanntwerden seiner sensationellen Bildersammlung zugestimmt, unter Raubkunstverdacht stehenden Werke gegebenenfalls zurückzugeben. Der 81-Jährige einigte sich vertraglich mit Bayern und der Bundesregierung, wie alle Seiten am Montag mitteilten. Gurlitt bekommt seine Bilder spätestens innerhalb eines Jahres zurück.

Die beschlagnahmten Werke, die unter Raubkunstverdacht stehen, bleiben so lange in gesichertem Gewahrsam und außerdem in der Online-Plattform „Lostart“. Die Taskforce „Schwabinger Kunstfund“ werde alle betroffenen Bilder binnen eines Jahres überprüfen.

„Kunstwerke, für die innerhalb der Jahresfrist die Provenienzrecherche durch die Taskforce nicht abgeschlossen wurde, werden an Cornelius Gurlitt herausgegeben“, heißt es in der Mitteilung. „Soweit Restitutionsansprüche angemeldet wurden oder bestehen können, bleiben die Werke auch nach Jahresablauf in treuhänderischer Verwahrung.“

Gurlitt darf künftig zumindest einen Wissenschaftler an die Taskforce entsenden, damit die Wahrung seiner Interessen garantiert bleibt. Die Kosten für die Provenienzrecherche übernehmen der Bund und der Freistaat Bayern. Das gilt auch für Bilder aus dem Besitz Gurlitts, die zurzeit nicht beschlagnahmt sind.

Auch in seinem Salzburger Haus waren zahlreiche wertvolle Bilder gefunden worden, auf die die deutschen Behörden allerdings keinen Zugriff haben. In dem verwahrlost wirkenden Anwesen wurden 238 Kunstgegenstände gefunden - darunter Ölgemälde und Aquarelle von Monet, Renoir, Manet, Gauguin, Liebermann, Cézanne und Nolde sowie Zeichnungen von Picasso und Munch.

Anfang 2012 hatten Steuerfahnder im Zuge von Ermittlungen in der Münchner Wohnung Gurlitts rund 1280 Kunstwerke entdeckt und beschlagnahmt. Rund 500 der zum Teil sehr wertvollen Objekte stehen im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein.

„Auf der ganzen Welt schaut man darauf, welche Antwort wir auf diese Fragen finden - und diese Vereinbarung ist eine gute Antwort“, sagte Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU). „Ich wollte immer, dass mit Herrn Gurlitt geredet und eine einvernehmliche Lösung für den weiteren Umgang mit den Bildern gefunden wird. Er steht zu seiner moralischen Verantwortung. Das erkenne ich ausdrücklich an.“

Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters freute sich über die Einigung und sagte: „Mit der nun getroffenen Vereinbarung schaffen wir die notwendige Grundlage für faire und gerechte Lösungen insbesondere durch Restitution.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

09.04.2014, 18:13 Uhr

so was gibt es nur in Deutschland. Mein erstes Kommentar wurde hinausgeschmissen. Keiner wagt sich an die Wahrheit.

Account gelöscht!

09.04.2014, 19:01 Uhr

Da rudert der FREIstaat Bayern aber jetzt gewaltig zurück. Das hätte man billiger haben können.

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