Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.11.2015

07:24 Uhr

Elbphilharmonie

Die Unvollendete

VonMartin Tofern

Die Elbphilharmonie übertrifft alle Erwartungen: Das Konzerthaus ist ein Meisterwerk. Nun hat die Bauleitung tatsächlich die letzte Bauphase eingeläutet.

Die Elbphilharmonie nach dem Entwurf des Architektenbüros Herzog & de Meuron. Seit 2013 baut Hochtief wieder an dem Jahrhundertbauwerk. Im Januar 2017 soll Eröffnung sein. dpa

Elbphilharmonie

Die Elbphilharmonie nach dem Entwurf des Architektenbüros Herzog & de Meuron. Seit 2013 baut Hochtief wieder an dem Jahrhundertbauwerk. Im Januar 2017 soll Eröffnung sein.

HamburgStändig bringen Lastwagen neues Baumaterial, überall wird gehämmert, geschweißt, gebohrt. Zwischen sechs- und siebenhundert Menschen arbeiten gleichzeitig auf der wohl berühmtesten Baustelle Deutschlands. An der Elbphilharmonie in Hamburg.

Seit acht Jahren wird an dem neuen Flaggschiff der deutschen Hochkultur gearbeitet, mehrfach wurde die Fertigstellung verschoben, statt wie ursprünglich geplant 77 Millionen Euro kostet der Bau nun 789 Millionen Euro.

Nun hat die Bauleitung tatsächlich die letzte Bauphase eingeläutet.

Im Januar 2017 soll die Eröffnung sein – sieben Jahre später als ursprünglich gedacht. Die Elbphilharmonie, sie drohte zur Lachnummer der Nation zu mutieren. Nun schickt sie sich an, wie ein wahres Meisterwerk zu erstrahlen.

Leicht und anmutig wirkt das Gebäude, wie es sich über der Elbe erhebt. Für den Bau haben die Arbeiter ein ehemaliger Kakaospeicher komplett entkernt und das Gebäude daraufgesetzt. Den Untergrund unter dem Speicher verstärken nun zusätzlich 650 Stahlbetonpfähle, schließlich wiegt das Konzerthaus 200 000 Tonnen. Aber die elegante Architektur nimmt ihm die Schwere. Die nach oben geschwungenen Dächer erinnern an ein Schiff voll unter Segeln.

Der einzige freie Zugang zum neuen Kulturpalast läuft derzeit über das Parkhaus. Auf sieben Ebenen sollen hier später die Kulturgäste ihre Limousinen parken; 500 Plätze stehen dann bereit. Im Moment ist das Parkhaus aber Lieferanteneingang, Materiallager und das einzige Entree für Besucher.

Insgesamt 29 Aufzüge führen nach oben. Erstes Ziel eines Rundgangs, den der Bauträger Hochtief und die Hamburger Kulturbehörde gern organisieren, um zu zeigen, dass jetzt alles viel besser läuft als all die Jahre, ist die sogenannte Plaza: Eine Plattform, die auf dem Dach des ehemaligen Speichers in 37 Metern Höhe liegt und mit 4000 Quadratmetern etwa so groß ist wie der Hamburger Rathausmarkt. Später wird eine riesige Rolltreppe, „Tube“ genannt, hier herführen.

Der Außenrundgang an der Plaza entlang um das ganze Haus bietet großartige Ausblicke über Hafen und Stadt – im Norden liegen Speicherstadt und Zentrum, im Süden Container-Kräne und das Musicalzelt. Das Innere der Plaza trennen wellenförmige Glasfronten ab, die die maritime Lage des Gebäudes symbolisieren sollen. Bis sie sich offen präsentieren, wird es aber noch bis Oktober 2016 dauern. Weil die Scheiben teure Spezialanfertigungen sind und überall die Arbeiter werkeln, sind sie noch in Schutzfolien verpackt. Immerhin kosten sie mehrere Millionen Euro.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×