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12.03.2006

15:00 Uhr

Enttäuschung

Buchmessen-Auftritt hilft arabischer Literatur nicht

Der Auftritt als Gastland der Frankfurter Buchmesse 2004 hat der arabischen Literatur nicht den erhofften Aufschwung gebracht. Stattdessen tönt heftige Kritik aus arabischen Verlagen an den deutschen Kollegen.

Zu diesem Ergebnis kommt das Branchenmagazin "Börsenblatt". "Kein Versprechen ist wahr geworden", zitiert das Heft den ägyptischen Autor Gamal al-Ghitani. Weder hätten europäische oder amerikanische Verlage die Präsentation arabischer Literatur zum Anlass genommen, ihr Programm anzureichern, noch hätten arabische Verlage und Institutionen sich wirklich bemüht, die Übersetzungszahlen anzukurbeln.

Gut 200 Autoren, Künstler und Intellektuelle aus rund 20 arabischen Ländern waren nach Frankfurt gekommen. Veranstalter und Gäste hofften, über die Literatur einen Dialog zwischen arabischer Welt und dem Westen in Gang zu setzen.

"Es sind weiterhin die üblichen Verdächtigen, die sich mit den arabischen Literaturen beschäftigen", bestätigte Peter Ripken, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, dem "Börsenblatt". Zwar seien im Umfeld der Buchmesse deutlich mehr arabische Titel erschienen - zwischen 50 und 60 Neuerscheinungen. Derzeit kämen allerdings nur noch 20 bis 30 Titel pro Jahr auf den Markt.

"Das Interesse der Verlage in Deutschland geht gegen null", kritisiert eine Agentur für Literaturvermittlung im "Börsenblatt". Zudem fehlt es nach Recherchen des Magazins an Übersetzern und langfristigem Engagement. Deutschland war im Februar seinerseits als Gastland der Kairoer Buchmesse eingeladen. Deren Präsident Nasser Al Ansary kritisierte ebenfalls das unzureichende Auftreten deutscher Verlage in der ägyptischen Hauptstadt: "Wir haben Deutschland eingeladen, Ehrengast zu sein, nicht nur die Frankfurter Buchmesse", sagte er dem "Börsenblatt".

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