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05.08.2011

15:55 Uhr

Erlanger Literaturfest

Poeten wollen kein Geld von der Atomindustrie

Förderung der Literatur mit Geld der Atomindustrie - für manche ist das undenkbar. Das Erlanger Poetenfestes solle ohne diese Zuschüsse auskommen, fordern Kritiker. Die Stadt lehnt das ab.

Einige Literaten von Erlangen wollen nicht von der Atomindustrie gefördert werden. Quelle: dpa

Einige Literaten von Erlangen wollen nicht von der Atomindustrie gefördert werden.

ErlangenDie Veranstalter des Erlanger Poetenfestes geraten wegen der Zuschüsse vom Atomkonzern Areva zunehmend in die Kritik von Literaturfreunden. Um künftig auf die Unterstützung des französischen Unternehmens verzichten zu können, haben sie bundesweit zu einem „Bürger-Sponsoring“ aufgerufen. Die Stadt als Ausrichterin möchte das Konzern-Geld weiter bekommen. Das Poetenfest gilt als wichtiger Literaturtreff vor der Frankfurter Buchmesse. 

Ein Sprecher der Initiative „Poesie ohne Uranstaub“ betonte am Freitag, wenn genügend Bürger für das Fest spendeten, könnte das Festival im kommenden Jahr ohne die 15.000 Euro von Areva auskommen. Bis zum Freitag seien knapp 7000 Euro auf einem Treuhandkonto eingegangen. „Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Herbst ausreichend Geld zusammenbekommen.“ 

Das Poetenfest dürfe nicht länger dafür herhalten, „das Image einer Branche zu verbessern, die Mensch und Natur existenziell gefährdet“, heißt es auf einem Flugblatt der Initiative. Dass ein Atomkonzern das Erlanger Poetenfest als „Imageaufbereitungslage“ nutze, werde dem Anspruch der Poesie nicht gerecht. 

Die Stadt Erlangen sieht dagegen „keinen Grund, die langjährige Partnerschaft mit Areva zu beenden“, wie Oberbürgermeister Siegfried Balleis (CSU) in einem Vorwort für das Programmheft des Literaturfestivals betont. Die Programmmacher kündigten dennoch an, sich mit dem Thema „Areva-Sponsoring“ während des Poetenfestes auseinanderzusetzen. Geplant sei unter anderem eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Der Geruch des Geldes“. 

Erstaunt zeigte sich der Erlanger Kulturreferent Dieter Rossmeissl (SPD) über die Aktion: Der Atomkonzern sei seit sieben Jahren Sponsor des Poetenfestes. „Bis jetzt hat es keine Proteste gegen den Sponsor Areva gegeben“. Auch wenn er persönlich kein Befürworter der Atomkraft sei, so halte er Geld von einer Firma wie Areva dennoch für vertretbar. Das Unternehmen hat einen deutschen Sitz in Erlangen. 

Bei dem Literaturfestival vom 25. bis zum 28. August werden etwa 70 Schriftsteller, Literaturkritiker und Publizisten in Erlangen erwartet, darunter auch der in diesem Jahr nach Deutschland geflüchtete chinesische Schriftsteller Liao Yiwu.

Von

dpa

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