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26.02.2004

17:11 Uhr

Ersmals Bildungsvergleich vorgelegt

EU-Bildungsbericht belegt Reformbedarf für deutsche Schulen

Der Reformbedarf an deutschen Schulen ist durch den ersten Europäischen Bildungsbericht bestätigt worden. Während in Deutschland 22,6 Prozent der 15-Jährigen Probleme beim Lesen und beim Textverständnis haben, sind es im Durchschnitt der 15 EU-Mitgliedsstaaten 17,2 Prozent.

HB BRÜSSEL. Schlechter sind die Schüler nur noch in Griechenland (24,4), Portugal (26,3) und Luxemburg (35,1). Dies geht aus dem am Donnerstag bei einer Jugendministerkonferenz in Brüssel erstmals vorgelegten EU-Bildungsvergleich hervor.

Beim Fremdsprachenlernen liegen deutsche Schüler mit 1,4 Sprachen leicht unter dem EU-Schnitt (1,5). Die Zahl der Schulabbrecher oder derjenigen Schüler, die lediglich einen einfachen Abschluss erwerben und danach nicht mehr weiterlernen, ist in Deutschland mit 12,5 Prozent deutlich geringer als im EU-Schnitt (18,5). Hierbei wirkt sich die deutsche Berufsschulpflicht besonders positiv aus.

Auffällig ist in dem Vergleich das realtiv hohe Bildungsniveau in den EU-Beitrittsländern: Sie weisen bei Schulabbrechern und Minimal- Qualifizierten nur einen Anteil von 8,4 Prozent aus. Auch haben diese Länder zum Teil deutlich mehr Hochschulabsolventen.

Bei den öffentlichen Ausgaben für Bildung gemessen am Brutto- Inlandsprodukt liegt Deutschland mit 4,53 Prozent deutlich unter dem EU-Schnitt von 4,94 Prozent. Spitzenreiter sind dabei die Schweden (7,39) und die Dänen (8,38), während die Griechen das Schlusslicht bilden (3,79). Der EU-Bericht analysiert anhand von 29 verschiedenen Kriterien die Bildungssysteme der Mitgliedsländer sowie der angrenzenden Staaten und greift dabei auch auf bekannte Untersuchungen wie den PISA-Schultest zurück. Ausbildung, Wissen und Forschungsengagement werden in dem EU-Bericht als wichtigste Ressource und als Voraussetzung für Wachstum und weltweite Wettbewerbsfähigkeit bezeichnet.

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