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11.05.2011

17:09 Uhr

Eurovision Song Contest

Ein klein bisschen Frieden

Favoritensterben in Düsseldorf: welche Interpreten das erste ESC-Halbfinale als Sieger verlassen durften, überraschte am Ende manchen Experten. Leise Töne konnten sich nicht durchsetzen - bis auf eine Ausnahme.

DüsseldorfNein, man sende nicht aus Kasachstan, knurrte der altgediente Grand-Prix-Kommentator Peter Urban, als am Dienstagabend im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest plötzlich der Ton ausfiel. Auch Lena, die das Geschehen für das schweizerische Fernsehen kommentierte, blieb nichts anderes übrig, als zum Telefon zu greifen.

„Das darf 2011 echt nicht passieren“, fügte Urban nach der Sendung hinzu. Zumindest muss man nun nicht mehr befürchten, dass den Deutschen in der englischen Presse wieder kalte Effizienz nachgesagt wird. Das ist einfach die neue „German Lockerheit“, so muss man das sehen. Konsensmeinung ist allerdings, dass sich die „Monsterpanne“ (Moderator Matthias Opdenhövel) im zweiten Halbfinale nicht wiederholen darf.

Von der Tonstörung waren mehr als zehn Länder betroffen. Die genaue Zahl konnte noch nicht ermittelt werden, wie es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz der Verantwortlichen des Eurovision Song Contest (ESC) in Düsseldorf hieß. Die bisher bekannten Länder wurden noch nicht genannt.

Das ABC zum ESC (Teil 1)

A wie Amaury Vassili

Frankreich geht mit dem jungen Opernsänger ins Rennen und hebt sich von den Pop-Beiträgen anderer Länder ab.

B wie Big Five

Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien sind automatisch für das Finale am 14. Mai gesetzt.

C wie „I Can“

Hat nichts mit dem Slogan einer Präsidentenwahl zu tun, sondern so lautet der Titel der britischen Boygroup Blue.

D wie Düsseldorf

Setzte sich als Austragungsort gegen die Millionenstädte Berlin und Hamburg durch.

E wie Englisch

Die meisten Teilnehmer verzichten auf ihre Muttersprache und singen auf Englisch.

F wie „Feel your heart beat“

Für den ESC sollen die Herzen höherschlagen - legt zumindest das diesjährige Motto nahe.

G wie Gastgeber

Durch den Abend werden Anke Engelke, Judith Rakers und Stefan Raab führen.

H wie „Haba Haba“

Der Titel des norwegischen Beitrags. Mit „Boom Boom“ tritt Armenien an, mit „Da Da Dam“ Finnland, mit „Ding Dong“ Israel.

I wie Israel

Startet zum zweiten Mal mit der transsexuellen Dana International an, die bei ihrer Grand-Prix-Premiere 1998 gewann.

Das Ergebnis des Halbfinales sei durch die technische Panne aber nicht anfechtbar, betonte der Executive Supervisor der European Broadcasting Union (EBU), Jon Ola Sand. Die Abstimmung sei von den Tonproblemen nicht betroffen gewesen, fügte er hinzu.

Die Dauer der Störung war den Angaben zufolge in den betroffenen Ländern unterschiedlich lang. In Deutschland waren es etwa 20 Minuten. Gestört war die Verbindung zwischen den Kommentatorenkabinen und dem System, das das Audio-Signal durch die Telefonnetze in die entsprechenden Länder schickt.

Der ARD-ESC-Teamchef Thomas Schreiber entschuldigte sich bei den Zuschauern in den betroffenen Ländern und den Kommentatoren. Die am Montag erfolgten Tests seien problemlos verlaufen, fügte er hinzu. Am Mittwochabend sollte das überarbeitete System einer Art „Stresstest“ unterzogen werden. Quotenmäßig verlief der Start in den Eurovision Song Contest in Deutschland recht unauffällig: 2,05 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 7,9 Prozent) verfolgten die Übertragung. Mit dieser Quote lag ProSieben hinter der ARD, RTL, Sat.1 und ZDF.

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