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16.05.2011

16:57 Uhr

Eurovision Song Contest

Lieber Aserbaidschan als Florenz

2012 findet der ESC in Aserbaidschan statt - mit drei Stunden Zeitverschiebung. Berti Vogts würde die Hauptstadt Baku dennoch jederzeit Florenz oder Barcelona vorziehen. Und Lothar Matthäus tröstet Lena.

Die Konzerthalle in Baku, Aserbaidschan. Quelle: dpa

Die Konzerthalle in Baku, Aserbaidschan.

Der Grand Prix 2012 wird spät: Der kommende Eurovision Song Contest in Aserbaidschan wird sehr wahrscheinlich mitten in der Nacht über die Bühne gehen, damit sich für die Fernsehzuschauer in Mitteleuropa nichts ändert. Das sagte ein Sprecher des Veranstalters European Broadcasting Union (EBU) in Genf auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Das vorderasiatische Aserbaidschan liegt in einer Zeitzone drei Stunden vor der Mitteleuropas. Dort ist es also zum traditionellen Finalbeginn um 21.00 Uhr MESZ bereits Mitternacht.

„Die traditionelle Anfangszeit des Eurovision Song Contest ist 21 Uhr MESZ und die Shows sind immer für diesen Zeitpunkt produziert worden. Es gibt keine Pläne, dies zu ändern“, teilte EBU-Sprecher Jarmo Siim mit. „2009 in Moskau ist die Show nach dortiger Lokalzeit ja auch später gestartet, nur eine Stunde früher als es dann kommendes Jahr in Aserbaidschan sein wird“, ergänzte Siim.

Die Punktevergabe mit der Entscheidung ist in Baku voraussichtlich also erst zwischen 2.00 Uhr und 3.00 Uhr morgens. Das Finale des 57. ESC ist für den 26. Mai 2012 angekündigt. Im ausrichtenden Land geht es durch die Zeitverschiebung praktisch erst einen Tag später über die Bühne.

Aus Sicht von Aserbaidschans Fußball-Nationaltrainer Berti Vogts hat das Land viele Reize. „Vor allem die Hauptstadt Baku ist eine total interessante Stadt“, sagte der 64-Jährige der Zeitung „Die Welt“ (Montagausgabe). „Ich sage nicht umsonst immer wieder zu Freunden oder Bekannten, dass sie mal nach Baku und vielleicht nicht unbedingt nach Florenz, Barcelona oder wohin auch immer fliegen sollen.“

Über die Aserbaidschaner sagte Vogts, sie seien sehr zurückhaltende Menschen, die immer wieder gefordert werden müssten. Sie seien warmherzig, aber auch sehr stolz. „Hier und da glauben sie, alles allein machen zu können. Aber das geht natürlich nicht immer“, sagte Vogts auch mit Blick auf den ESC. Vogts ist seit 2008 Trainer in Aserbaidschan. Von 1990 bis 1998 war er Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Gegen sie spielt seine Elf am 7. Juni in Baku in der EM-Qualifikation.

Lothar Matthäus (50), der selbst die Höhen und Tiefen des Lebens kennt, spendet derweil Lena (19) Trost. „Dass nicht jedes Jahr die Sonne scheint und nicht jedes Jahr der erste Platz herausspringt, ist völlig normal“, sagte der deutsche Fußball-Rekordnationalspieler am Montag in Frankfurt. „Sie hat Deutschland wieder salonfähig gemacht im Musik-Bereich. Das war ein großer Erfolg von ihr“, erinnerte er an Lenas Triumph beim Eurovision Song Contest in Oslo 2010. Der zehnte Platz am Samstag bei der versuchten Titelverteidigung sei kein Grund, sich zu schämen. Als Ratschlag gab Matthäus ihr mit auf den Weg: „Sie sollte mit ihrem Umfeld, mit dem sie bisher gearbeitet hat, weiter zusammenarbeiten - das ist professionell, da wird sie gut betreut.“

 

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