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27.10.2013

20:55 Uhr

Ex-Velvet-Underground-Sänger

Rocklegende Lou Reed ist tot

Er wandelte stets auf der „wild side“ des Lebens: Lou Reed. Der Ex-Sänger der Band Velvet Underground war nicht nur für seine Musik, sondern auch für Drogenexzesse bekannt. Nun ist der Musiker mit 71 Jahren gestorben.

Der US-Sänger Lou Reed ist als Sänger der Band Velvet Underground bekannt geworden. Nun ist er im Alter von 71 Jahren verstorben. Reuters

Der US-Sänger Lou Reed ist als Sänger der Band Velvet Underground bekannt geworden. Nun ist er im Alter von 71 Jahren verstorben.

New York„Take a Walk on the Wild Side“ sang Lou Reed zu Beginn seiner Karriere. Der Song wurde zur Hymne und zu seinem ganz persönlichen Lebensmotto. Am Sonntag ist der ehemalige Frontmann der Band Velvet Underground, der Rebell, Rock-Junkie und Avantgarde-Musiker im Alter von 71 Jahren gestorben. „Ja, ich fürchte, es ist wahr“, sagte Reeds britischer Agent Andy Woolliscroft der britischen Zeitung „The Guardian“. „Ich bin sehr bestürzt.“

Zahlreiche Kollegen und Prominente verliehen ihrer Trauer um „einen der ganz Großen“ beim Kurznachrichtendienst Twitter Ausdruck. „Lou, you will always take a walk on the wild side“, schrieb der Autor Salman Rushdie.

Mit Songs wie „Perfect Day“ wurde der 1942 im New Yorker Vorort Freeport auf der Halbinsel Long Island geborene Reed weltberühmt. Er habe „fast ein halbes Jahrhundert der Rock-Musik entscheidend mitgeprägt“, schrieb das Magazin „Rolling Stone“.

Reeds Jugend war schwierig. Seine Eltern schickten ihn wegen homosexueller Neigungen in psychiatrische Behandlung. Angeblich soll er dort Elektroschocks erhalten haben. Seine Karriere startete 1965 mit der Avantgarde-Band Velvet Underground. Nur fünf Jahre reichten, um Reed einen prominenten Platz in der Rockgeschichte zu sichern. Mit ihrem düster-schrägen Sound stellte sich die von Andy Warhol geförderte Band gegen die aufkommende Hippie-Bewegung – zunächst ohne großen kommerziellen Erfolg.

Ironie der Rock-Geschichte: Das endlich erfolgreiche und von der Kritik gelobte Album „Loaded“, das deutlich Reeds Handschrift trägt, kam erst kurz nach dessen Bandausstieg 1970 auf den Markt. Stücke wie „Sweet Jane“ oder „Rock 'n' Roll“ wurden später zu Klassikern in seinem Repertoire.

Legendär sind auch seine Soloalben „Transformer“ (1972), „Berlin“ (1973), die grelle Lärmorgie „Metal Machine Music“ (1978) sowie seine Comeback-CD „New York“ (1989). Sie prägten den kühlen Stil Reeds und sein Motto: „Ich mag Musik, die mich körperlich erschüttert“. Der sanfte Song „Perfect Day“, der in dem Film „Trainspotting – Neue Helden“ (1996) zu neuen Ehren kam, hört sich an wie eine Liebeserklärung. Viele deuten es allerdings als einen Lobgesang auf seinen Drogenkonsum.

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