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14.01.2010

21:39 Uhr

Ex-ZDF-Chefredakteur

Brender als „Journalist des Jahres“ ausgezeichnet

ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender ist "Journalist des Jahres 2009", konnte aber am Donnerstagabend die Auszeichnung des "Medium Magazins" in Berlin aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich entgegennehmen. Die Jury zeichnete ihn für seine Unabhängigkeit im Streit mit der CDU-Mehrheit im ZDF-Verwaltungsrat aus - der er sich am Ende beugen musste. Auch Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer wurde am Abend ausgezeichnet.

Journalist des Jahres: Nikolaus Brender wird vom "Medium Magazin" für sein Beharren auf Unabhängigkeit ausgezeichnet. ap

Journalist des Jahres: Nikolaus Brender wird vom "Medium Magazin" für sein Beharren auf Unabhängigkeit ausgezeichnet.

HB BERLIN. Eine Jury hatte den 60-Jährigen für sein "Beharren auf journalistische Unabhängigkeit" ausgezeichnet, nachdem der ZDF-Verwaltungsrat mit CDU-Mehrheit die vom ZDF-Intendanten Markus Schächter vorgeschlagene Vertragsverlängerung Brenders verhindert hatte.

Anstelle von Brender nahm der Redaktionsleiter des ZDF - Politikmagazins "Frontal 21", Claus Richter, die Auszeichnung entgegen. Er sagte, Brender habe in der vergangenen Woche eine Herzklappenoperation gut überstanden und sei inzwischen wieder wohlauf. Anfang Februar werde er an den Schreibtisch zurückkehren. "Man muss ihn fast schon wieder bändigen." Von Brender richtete er aus: "Achten Sie auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Er gehört Ihnen allen."

Die weiteren Preise des "Medium Magazins", die bereits im Dezember bekanntgegeben wurden, sollten am Abend verliehen werden. Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer trägt den Titel "Chefredakteur des Jahres 2009". Volker Zastrow, von der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" wurde zum "Politikredakteur des Jahres 2009" ernannt. Beat Balzli, Klaus Brinkbäumer, Ullrich Fichtner, Hauke Goos, Thomas Hüetlin und Christoph Pauly (alle "Der Spiegel") sind die bedeutendsten Wirtschaftsjournalisten 2009.

Im Bereich Kultur fiel die Wahl auf Frank Berberich ("Lettre International"), in der Wissenschaft auf Werner Bartens ("Süddeutsche Zeitung"), im Sport auf den freien Reporter Ronny Blaschke, in der Unterhaltung auf "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann wegen seiner Tätigkeit "Videoblogger in Chief".

Diekmann hat die Auszeichnung allerdings "schweren Herzens" abgelehnt. Grund ist ein Streit über den Sonderpreis für Stefan Kornelius ("Süddeutsche Zeitung") für dessen Bericht über den Bomben-Befehl von Kundus. Diekmann hatte darauf verwiesen, dass die Affäre um das Kundus-Bombardement erst durch eine exklusive Veröffentlichung in der "Bild"-Zeitung in Gang gekommen sei.

Zum "Reporter des Jahres 2009" wurde Alexander Osang ("Der Spiegel") gekürt. "Regionaler Chefredakteur 2009" wurde der mittlerweile abgesetzte Sergej Lochthofen ("Thüringer Allgemeine"), "regionaler Autor des Jahres 2009" Michael Ohnewald ("Stuttgarter Zeitung") und "Newcomer" Ines Pohl (Chefredakteurin "tageszeitung"). Zur "Redaktion des Jahres 2009" wählte die Jury "Die Zeit" mit "Zeit Campus". Träger des Ehrenpreises für sein Lebenswerk ist "Focus"- Gründer und Herausgeber Helmut Markwort.

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