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28.01.2010

19:28 Uhr

„Fänger im Roggen“

US-Autor J.D. Salinger gestorben

Der amerikanische Kultautor J.D. Salinger ist im Alter von 91 Jahren gestorben, wie sein Sohn am Donnerstag bekanntgab. Der Schriftsteller erlangte durch seinen Roman „Der Fänger im Roggen“ von 1951 Weltruhm. Das Buch verkaufte sich in den ersten drei Jahren zehn Millionen Mal.

Archivfoto des Kultautors J.D. Salinger von 1951. Salinger starb im Alter von 91 Jahren. ap

Archivfoto des Kultautors J.D. Salinger von 1951. Salinger starb im Alter von 91 Jahren.

HB NEW YORK. Wenn mitten im konservativen Nachkriegs-Amerika ein Jugendbuch erscheint, in dem Hunderte Male das Wort „verdammt“ und sogar ein paar Dutzend „Fuck“ stehen, kann das kein normales Werk sein. Kein Wunder, dass „Der Fänger im Roggen“ angefeindet und verpönt und zum Teil sogar verboten wurde. Ein Kultbuch wurde „The Catcher in the Rye“ dennoch und es beeinflusste eine ganze Jugendgeneration. Es artikulierte Rebellion, Jahre vor James Dean und Jahrzehnte vor den Rolling Stones und den Vietnam- Demonstrationen. Das einzige Buch von J. D. Salinger war ein Welterfolg. Jetzt ist der Autor mit 91 Jahren gestorben.

Geboren wurde Jerome David Salinger am ersten Tag des Jahres 1919 als Sohn eines New Yorker Juden und einer schottisch-irischen Katholikin, die aus Liebe konvertierte. Der Vater schickte den jungen Mann einige Monate zur Verwandtschaft nach Europa, wo er in Wien nicht nur Deutsch, sondern auch das Fleischerhandwerk lernte.

Doch die Passion Salingers waren die Worte. Schon als Kadett in einer Militäranstalt veröffentlichte er erste Texte in der Schülerzeitschrift, als Student waren es Kurzgeschichten. Auch als Soldat in Frankreich schrieb Salinger weiter. Ein Kriegsberichterstatter bescheinigte ihm in Paris ein „verdammtes Talent“. Der Mann musste es wissen - es war Ernest Hemingway.

Nach dem Krieg arbeitete Salinger noch eine Weile für amerikanische Behörden in Deutschland. Doch vor allem schrieb er.

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