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28.10.2013

14:18 Uhr

Fiac

Gute Geschäfte in Paris

VonOlga Grimm-Weissert

Die Fiac gehört nicht ohne Grund zu den besten Verkaufsmessen für zeitgenössische Kunst. Qualitativ hat sie kontinuierlich hinzugewonnen. Inzwischen kommen auch immer mehr internationale Sammler und Museums-Förderer nach Paris.

Der "Eisenbaum" von Ai Weiwei auf der Fiac im Grand Palais von Paris. Reuters

Der "Eisenbaum" von Ai Weiwei auf der Fiac im Grand Palais von Paris.

ParisMilde Sado-Maso-Assoziationen drängen sich auf beim Beobachten einer Szene auf der gerade zu Ende gegangenen „Fiac“ (Foire Internationale d'Art Contemporain, 24. bis 27. Oktober 2013). Dort legt ein Mann seine kleine Hand in die Pranke der 2,50 Meter großen „Madame“ von Niki de Saint Phalle, während seine Partnerin fotografiert. Man sah sie am Stand der Galerie Georges-Philippe & Nathalie Vallois, Paris, wo neben der überdimensionalen Skulptur „Madame oder grüne Nana mit Tasche“ (960.000 Euro), historische Arbeiten von Jean Tinguely angeboten wurden. Sie entsprechen offensichtlich nicht dem ästhetischen Zeitgeist, wie Georges-Philippe Vallois bedauerte.

Auch die Pariser Galerie JGM, benannt nach Jean-Gabriel Mitterrand, dem Neffen des früheren Staatspräsidenten und Bruder des Ex-Kulturministers, privilegiert die Arbeiten von Saint Phalle und Tingely. „Le Rossignol“ (Die Nachtigall), war eine Gemeinschaftsarbeit des Bildhauerpaars für den Strawinsky-Brunnen neben dem Centre Pompidou. Es existieren drei Exemplare. Das Exemplar der Galerie JGM stammt aus der bedeutenden belgischen Sammlung Roger Nellens und befand sich bis 2012 im Kasino von Knokke. Wegen finanzieller Schwierigkeiten der Kasino Gruppe Partouche beförderte man die „Nachtigall“ im Dezember 2012 ins Hôtel Drouot (Auktionatoren Gros & Delettrez), wo JGM sie für 225.000 Euro inkl. Aufgeld ersteigerte. Der nun erwartete Preis von 650.000 Euro ist im Verhältnis zur „Madame“ gemäßigt, im Hinblick auf die Verdienstspanne jedoch beträchtlich.

Qualität als Attraktion

Die Fiac ist mit ihren 75.543 Besuchern innerhalb von fünf Messetagen, von denen 17.250 bereits zur Vernissage am 23. Oktober kamen, nicht nur eine der besten Verkaufsmessen. Für die Pariser ist sie ein abwechslungsreiches Museum, wo sich die fotografierenden Menschenmassen ständig in den Gängen drängten. Wegen ihrer von Jahr zu Jahr besseren Qualität zieht die Fiac auch immer mehr internationale Sammler und Museumsvertreter an. Unter ihnen fanden sich etwa das Museum of Modern Art, New York, oder die Familie Lauder. Vor allem für die Amerikaner war es eine Frage, ob sie sich für die „Frieze“ in London, oder für die Fiac in Paris entscheiden sollten. Die Aussteller scheinen Paris bei weitem vorzuziehen, selbst dann, wenn sie weniger verkaufen als in London.

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