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25.05.2015

10:10 Uhr

Filmfestival in Cannes

Goldene Palme für Flüchtlingsdrama „Dheepan“

Bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes wird es politisch: „Dheepan“ erzählt die Geschichte von Flüchtlingen aus Sri Lanka, die in Europa schwer Fuß fassen können. Auch der zweitplatzierte Film ist harter Tobak.

Auszeichnung in Cannes

Goldene Palme für Flüchtlingsdrama Dheepan

Auszeichnung in Cannes: Goldene Palme für Flüchtlingsdrama Dheepan

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Der französische Regisseur Jacques Audiard hat mit seinem Migrationsdrama „Dheepan“ die Goldene Palme beim Filmfestival in Cannes gewonnen. Audiard (63) erzählt darin von einem Flüchtling aus Sri Lanka, der in einem sozialschwachen Pariser Vorort landet. Dort leben die Menschen isoliert vom Rest der Gesellschaft. Der Große Preis der Jury ging an den Ungarn László Nemes für sein Auschwitz-Drama „Son of Saul“.

Für Frankreich gab es am Sonntagabend noch zwei weitere Auszeichnungen: Vincent Lindon und Emmanuelle Bercot wurden als beste Schauspieler geehrt. Bercot teilt sich den Preis mit der US-Amerikanerin Rooney Mara.

Audiards Hauptfigur Dheepan flieht mit einer Frau und einem Mädchen, die er als Ehefrau und Tochter ausgibt. Zwischen den Erwachsenen entwickelt sich in der neuen Heimat eine zarte Liebe. Doch ihr Leben wird vom Bandenkrieg in den Hochhausschluchten erschüttert. Der 63-jährige Audiard hatte 2009 in Cannes bereits den Großen Preis der Jury für sein Gefängnisdrama „Ein Prophet“ gewonnen.

László Nemes hingegen schaut mit seinem Debütfilm „Son of Saul“ in die Vergangenheit. Sein Protagonist Saul will im Nazi-Vernichtungslager Auschwitz seinen Sohn würdevoll beerdigen lassen. Er sucht einen Rabbi - und die Zuschauer bekommen so einen bedrückenden Einblick über das Lagerleben. Dafür findet der junge Regisseur Nemes (Jahrgang 1977) drastische Bilder, für die er den zweitwichtigsten Preis des Festivals gewann.

Die Jury unter dem Vorsitz der US-Regisseure Ethan und Joel Coen („Inside Llewyn Davis“) ehrte außerdem zwei französische Darsteller: Vincent Lindon als Langzeitarbeitsloser in „La loi du marché“ und Emmanuelle Bercot, die in „Mon roi“ eine emotionale Ehehölle durchleidet. Als beste Schauspielerin wurde neben Bercot zu gleichen Teilen auch Rooney Mara ausgezeichnet: Sie spielt in „Carol“ nach einem Roman von Patricia Highsmith die Geliebte von Cate Blanchett und reift zu einer selbstbewussten jungen Frau heran.

Den Preis der Jury erhielt der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos, der mit „The Lobster“ eine düster-bizarre Zukunftsvision um Zwangsverpaarungen von Singles vorlegte. Für das kunstvoll inszenierte Kampfkunstdrama „The Assassin“ gewann der Taiwanese Hou Hsiao-hsien den Preis für die beste Regie. Für das beste Drehbuch wurden der Mexikaner Michel Franco und sein „Chronic“ um einen Pfleger schwerstkranker Menschen geehrt. Im Wettbewerb des Festivals hatten in diesem Jahr 19 Filme um die Preise konkurriert.

Von

dpa

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