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31.08.2011

13:14 Uhr

Filmfestspiele Venedig

Die Lagunenstadt erstrahlt in Hollywood-Glanz

Die Filmfestspiele in Venedig sind Jahr für Jahr ein Pflichttermin für Kino-Größen rund um den Globus. 23 Filme rangeln in Italien um die begehrten „Goldenen Löwen“ - hochkarätige Hollywood-Prominenz inklusive.

VenedigEin Internationales Filmfestival in Venedig ohne George Clooney - das ist nur schwer vorstellbar. Schließlich verzückte der Hollywoodstar in den vergangenen Jahren in schöner Regelmäßigkeit mit seinem Charme und seinen Begleiterinnen die Filmwelt am Lido. In diesem Jahr wird er sogar am kommenden Mittwoch (31.8.) das älteste Filmfest der Welt mit seinem vierten Werk als Regisseur, „The Ides of March“, eröffnen. Der 50-Jährige wird aber bis zur Preisverleihung am 10. September nicht der einzige Star in Venedig sein: Kate Winslet, Madonna, Jodie Foster, Colin Firth, Gwyneth Paltrow, Christoph Waltz, Matt Damon, Jude Law und Al Pacino sind nur einige derjenigen, die in der Lagunenstadt erwartet werden.

Tatsächlich ist das englischsprachige Kino mit Werken aus den USA, Großbritannien und Kanada im Wettbewerb, in dem insgesamt 23 Beiträge um den Goldenen Löwen konkurrieren, stark vertreten. Schickt der auch privat politisch engagierte Clooney dabei ein Polit-Drama ins Rennen, versuchen es andere mit Filmen aus dem Mikrokosmos von Familien und Individuen. Darunter zum Beispiel David Cronenberg. Er stellt mit „A Dangerous Method“ ein intensives Drama um Sigmund Freund vor. Und Todd Solondz erzählt in „Dark Horse“ mit Mia Farrow von der Liebe zweier Außenseiter.

Das Filmfest in Venedig

Das Filmfest in Venedig …

… gilt als ältestes Filmfestival der Welt, das noch immer an seinem Ursprungsort stattfindet. Es zählt wie Cannes und Berlin zu den A-Festivals, aus Sicht der Filmbranche also zur Oberklasse der internationalen Wettbewerbe.

Hauptpreis ist …

… der „Goldene Löwe“, eine Figur, die wie die „Goldene Palme“ in Cannes und der „Goldene Bär“ in Berlin an das Stadtwappen angelehnt ist. Zwischen 1934 und 1942 hieß er noch nach dem italienischen Diktator Benito Mussolini „Coppa Mussolini“.

Die Gründung …

… geht der Legende nach auf die kommerzielle Idee des italienischen Grafen Guiseppe Volpi zurück. Er war der Besitzer des Hotels „Excelsior“ auf dem Lido und soll nach einer Möglichkeit gesucht haben, die sommerliche Touristensaison zu verlängern.

Belegt ist, dass…

… es im August 1932 eine erste „Ausstellung von Filmkunst“ auf der Terrasse seines Hotels gab. Preise für die gezeigten Filme wurden damals noch nicht verliehen.

Von 1934 bis 1942 …

… lief das Festival jährlich in Venedig. Unter den ersten gezeigten Filmen waren Clarence Browns „Anna Karenina“, „Der Kaiser von Kalifornien“ von und mit Luis Trenker und auch die Dokumentation „Olympia“ von Leni Riefenstahl.

Der Zweite Weltkrieg …

… unterbrach die Tradition der Festspiele. Danach fanden sie von 1946 bis 1968, 1971 und 1972, 1974 bis 1976 statt - ab 1979 dann wieder jedes Jahr.

Der „Goldene Löwe“ …

… wird von einer jährlich wechselnden Festival-Jury seit 1949 verliehen. Heute ist das Filmfest Teil der Biennale von Venedig, die unter anderem auch Musik, Theater und Architektur bietet.

Ein Film allerdings wird wohl mit besonderer Spannung erwartet: „Carnage“, das neue Werk von Regisseur Roman Polanski. Bei der Berlinale 2010 saß der 78-Jährige noch unter Hausarrest in der Schweiz fest und konnte nicht zur Premiere seines Films „Der Ghostwriter“ nach Deutschland reisen. Ihm wurde vorgeworfen, sich 1977 an einer Minderjährigen vergangen und sich dann der US-Justiz entzogen zu haben.

Ob Polanski nun nach Venedig kommt, einem der drei wichtigsten Filmfestivals der Welt, ist noch unklar. Doch auch der Film selbst könnte für Wirbel sorgen, ist er doch mit Kate Winslet, Jodie Foster und Christoph Waltz prominent besetzt. Das Werk erzählt von zwei Ehepaaren, deren Jungs in einen Kampf geraten sind. Statt sich zu versöhnen, greifen sich die Eltern jedoch bald gegenseitig an. Kate Winslet wird übrigens auch in Steven Soderberghs Action-Thriller „Contagion“ zu sehen sein, der allerdings außer Konkurrenz läuft.

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