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12.01.2009

07:44 Uhr

Filmgala

Golden Globes: „Slumdog Millionaire“ ausgezeichnet

Der einfühlsame Film von Danny Boyle über einen bettelarmen indischen Waisenjungen konnte bei der Galazeremonie in Los Angeles gleich vier der begehrten US-Filmpreise absahnen, darunter den Hauptpreis als bester Streifen des Jahres. Die deutsche Produktion „Baader Meinhof Komplex“ von Regisseur Uli Edel ging dagegen leer aus.

Ausgezeichnet: Der britische Regisseur Danny Boyle und die Schauspieler Freida Pinto und Dev Patel. Foto: dpa dpa

Ausgezeichnet: Der britische Regisseur Danny Boyle und die Schauspieler Freida Pinto und Dev Patel. Foto: dpa

HB LOS ANGELES. Für „Slumdog Millionaire“ holte der britische Filmemacher Boyle („Trainspotting“) neben der Auszeichnung als bester Film auch die Preise für die beste Regie und das beste Drehbuch. Die Filmmusik wurde ebenfalls ausgezeichnet. Boyle sagte, er danke dem Verband der Auslandspresse für ihre „verrückte, spannende Zuneigung“ zu dem Film. Der Streifen aus den Slums von Bombay galt als Favorit, weil er trotz der Armut und Gewalt dort eine wunderschöne Erzählgeschichte liefert.

Doppelten Preissegen gab es für die Britin Kate Winslet, die sowohl für ihre Rolle in der Bernhard-Schlink-Bestsellerverfilmung „Der Vorleser“ wie auch in dem Ehedrama „Zeiten des Aufruhrs“ geehrt wurde. Der vor einem Jahr gestorbene Schauspieler Heath Ledger erhielt für seine unvergessliche Darstellung des kaltblütiger Joker in dem Batman-Thriller „The Dark Knight“ posthum einen Darstellerpreis.

Kate Winslet war von ihrem Doppelsieg zu Tränen gerührt. Sie hatte trotz mehrerer Nominierungen bisher noch nie einen Golden Globe oder einen Oscar erhalten. In „Zeiten des Aufruhrs“, in dem ihr Mann Sam Mendes die Regie führte, stand sie Jahre nach dem Sensationserfolg mit „Titanic“ erstmals wieder mit ihrem damaligen Partner Leonardo DiCaprio vor der Kamera.

„Ich habe Dich 13 Jahre lange geliebt“, versicherte sie dem Leinwandschönling, dankte aber zugleich ihrem Mann für die harte Filmarbeit. In „Der Vorleser“ nach dem gleichnamigen deutschen Erfolgsroman spielt sie die erfahrene Liebhaberin eines viel jüngeren Mannes, die sich später in einem Kriegsverbrecherprozess verantworten muss.

Der deutsche Film „Der Baader Meinhof Komplex“ erhielt keinen Preis. In der Kategorie bester ausländischer Film gewann stattdessen der animierte Dokumentarfilm „Waltz With Bashir“ aus Israel, der unter Mitarbeit der deutschen Produzenten Gerhard Meixner und Roman Paul entstand.

Weitere Schauspielpreise gingen an den US-Darsteller Mickey Rourke für „The Wrestler“ und an den Iren Colin Farrell für die tragikomische Mördergeschichte „Brügge sehen - und sterben?“. Die Britin Sally Hawkins bekam die begehrte Weltkugel für ihre Rolle als optimistische Lehrerin in der Komödie „Happy-Go-Lucky“. Woody Allens leichtfüßiger Sommerfilm „Vicky Christina Barcelona“ holte die Trophäe in der Kategorie beste Komödie. Der Filmemacher war bei der Preisverleihung nicht selbst anwesend.

Den Preis für Ledger nahm „Dark Knight“-Regisseur Chris Nolan stellvertretend entgegen. Er tue dies mit Trauer, aber auch mit unglaublichem Stolz, sagte der Filmemacher. Ledger sei ein herausragender, hingebungsvoller Schauspieler gewesen. Der Australier war im Januar 2008 mit 28 Jahren an einer Überdosis Medikamenten gestorben.

Starregisseur und -Produzent Steven Spielberg („Schindlers Liste“) wurde - wie bereits im vergangenen Jahr angekündigt - für sein Lebenswerk geehrt. Sein langjähriger Wegbegleiter Martin Scorese überreichte ihm den Cecil B. DeMille Preis mit den Worten: „Spielberg und die Kunst des Kinos - das eine ist ohne das andere undenkbar.“

Die Golden Globes werden alljährlich vom Verein der Hollywood-Auslandspresse in 25 Kategorien für Film und Fernsehen ausgelobt. Sie gelten als Indikator für die Oscars, die diesmal in der Nacht auf den 23. Februar vergeben werden. Seit mehreren Jahren gab es allerdings keine Übereinstimmung. Im vergangenen Jahr war die Golden-Globe-Zeremonie wegen des Streiks der Drehbuchautoren ausgefallen.

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