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14.11.2012

16:58 Uhr

Filmregisseur

Dresen ist im Zweitjob jetzt Verfassungsrichter

Filmregisseur Andreas Dresen ist als Laienrichter an das Brandenburger Verfassungsgericht gewählt worden. Dresen war von der Linksfraktion vorgeschlagen worden und kann auf Unterstützung aus allen Fraktionen bauen.

Brandenburgs Landtagspräsident Gunter Fritsch (rechts/SPD) vereidigt während der Landtagssitzung in Potsdam den Filmregisseur Andreas Dresen nach seiner Wahl zum Richter am brandenburgischen Verfassungsgericht. dpa

Brandenburgs Landtagspräsident Gunter Fritsch (rechts/SPD) vereidigt während der Landtagssitzung in Potsdam den Filmregisseur Andreas Dresen nach seiner Wahl zum Richter am brandenburgischen Verfassungsgericht.

PotsdamFilmregisseur Andreas Dresen (49) ist im Zweitjob jetzt Verfassungsrichter. Im Brandenburger Landtag wurde er am Mittwoch mit großer Mehrheit als Laienrichter an das Brandenburger Verfassungsgericht gewählt. 70 Abgeordnete stimmten mit Ja, sieben mit Nein. Es gab drei Enthaltungen.

Dresen („Sommer vorm Balkon“, „Halt auf freier Strecke“) sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Ich will eine neue Perspektive als Laienrichter einbringen.“ Natürlich müsse er sich mit Gesetzesvorlagen beschäftigen. „Ich bin aber kein Jurist“, betonte der gebürtige Thüringer.

Zunächst wolle er Rat bei erfahrenen Kollegen suchen. Wichtig sei, komplexe Sachverhalte auf relativ einfache Fragestellungen herunterzubrechen. „Und das muss ich lernen“. Er setze aber auf seinen gesunden Menschenverstand.

Ab Januar beginnt sein Zweitjob. Bislang sieht Dresen seine Filmpläne durch die Arbeit als Laienrichter nicht beeinflusst. „Ich werde das säuberlich trennen“, meinte er. Im kommenden Jahr wolle er einen Film für Kinder machen. Noch seien die Drehbücher aber nicht so weit.

Dresen war von der Linksfraktion vorgeschlagen worden und kann nun auf Unterstützung aus allen Fraktionen des Landtags bauen. Er rückt für den vor kurzem zum Gerichtspräsidenten gewählten Jes Möller nach. Der Regisseur hatte für zwei Dokumentarfilme den märkischen CDU-Politiker Henryk Wichmann begleitet und dadurch auch die politische Arbeit an der Basis kennengelernt.

Schon einmal gab es im Land Brandenburg einen Laien-Verfassungsrichter. Zehn Jahre lang entschied der Schriftsteller, Komponist und Maler Florian Havemann, Sohn des DDR-Regiekritikers Robert Havemann, als Nicht-Jurist über die dem Gericht vorgelegten Klagen.

Von

dpa

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