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16.01.2015

11:52 Uhr

Filmrezension „Frau Müller muss weg“

Im Klassenzimmer liegen die Nerven blank

VonMarcel Reich

Eltern gegen Lehrerin: Eine Karrierefrau, ein Yuppie-Ehepaar, ein Jammer-Ossi und eine Einserkind-Mama wollen in der Grundschule gründlich aufräumen. Warum die neue Schulkomödie von Sönke Wortmann sehenswert ist.

Deutschlandpremiere des Films „Frau Müller muss weg“ am 12. Januar 2015 am Kölner Cinedom. Von links die Akteure: Alwara Höfels; Gabriela Maria Schmeide; Justus von Dohnányi; Mina Tander; Anke Engelke; Ken Duken. obs

Deutschlandpremiere des Films „Frau Müller muss weg“ am 12. Januar 2015 am Kölner Cinedom. Von links die Akteure: Alwara Höfels; Gabriela Maria Schmeide; Justus von Dohnányi; Mina Tander; Anke Engelke; Ken Duken.

DüsseldorfSpätestens seit „Fack ju Göhte“ wissen Produzenten wieder, dass sich mit Schulkomödien ein Haufen Geld machen lässt. Die sind zudem meist schnell und ohne größeren (Kosten-)Aufwand abgedreht und sprechen automatisch ein potenziell riesiges Publikum an.

Der Schulpflicht sei Dank fühlt sich ja praktisch jeder vom Thema angesprochen. Während „Fack ju Göhte“ jedoch eher eine jüngere Zuschauerschaft ansprach, versucht es Regisseur Sönke Wortmann nun quasi mit der Version für Erwachsene.

„Frau Müller muss weg“ heißt sein Werk, das den ganz normalen Wahnsinn an deutschen Grundschulen zeigt. Dort müssen sich die Lehrer nämlich gar nicht so sehr mit ihren Schülern herumschlagen, die wirklichen Plagegeister sind die Eltern.

„Fack yu Göthe“: Der Kassenknüller unter den Schulfilmen

Der Film

Der Schulfilm „Fack ju Göhte“ ist einer der erfolgreichsten deutschen Kinofilme der vergangenen Jahrzehnte.

Rekorde

2013 war es der erfolgreichste Film in deutschen Kinos und mit mehr als sieben Millionen Kinobesuchern.

Video-Charts

Als Video wurde der Film auch 2014 noch extrem häufig abgerufen. Die Komödie lag bei den Filmen in Deutschlands größter Online-Videothek Maxdome vorne. Maxdome ist ein Unternehmen der ProSiebenSat.1 Group.

DVD-Charts

Auch zweitbeliebteste Film-DVD war „Fack Ju Göhte“, gefolgt von „Der Hobbit: Smaugs Einöde“, „Die Tribute von Panem - Catching Fire“ sowie „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“. Das teilte die GfK Entertainment mit.

Weihnachtsgeschenke

Besonders oft ging die DVD offenbar vor Weihnachten über den Ladentisch. Der deutschsprachige Favorit unter den Filmen war Fack Ju Göhte. Dies teilte Amazon mit.

Teil zwei

Die Fortsetzung des Kinoerfolgs „Fack ju Göhte“ soll zum Teil im Ausland spielen. Das sagte am Montag der Chef der Filmfirma Constantin, Martin Moszkowicz, am Rande einer Veranstaltung des FilmFernsehFonds Bayern in München.

Besetzung

Regie bei der Fortsetzung führt wieder Bora Dagtekin, in der Hauptrolle ist erneut Elyas M'Barek zu sehen. „Fack ju Göhte 2“ soll im September ins Kino kommen. Auch Katja Riemann als desillusionierte Schulleiterin ist wieder dabei.

Die bringen ihre kleinen Schätze mit dicken SUVs jeden Morgen zur Schule und bis in den Klassenraum, ein kleiner „Plausch“ mit den Lehrern darf auch nicht fehlen. Solche „Helikoptereltern“ machen ihren Nachwuchs zu Prestigeprojekten, deren Erfolge den eigenen Status widerspiegeln. Dumm nur, wenn die Lehrer nicht die gewünschten guten Noten verteilen. Dann gibt es Krieg im Klassenzimmer.

„Frau Müller muss weg“ basiert auf dem Theaterstück von Lutz Hübner, der auch am Drehbuch für den Film mitgeschrieben hat. An einem Samstag marschieren fünf gefrustete Eltern in das Dresdner Klassenzimmer ihrer Sprösslinge, die zusammen die vierte Klasse besuchen.

Das Übergangszeugnis steht an, doch zuletzt verteilte Klassenlehrerin Frau Müller (Gabriele Maria Schmeide) eher bescheidene Noten, plötzlich bangen die ehrgeizigen Eltern um die prestigeträchtige und eigentlich längst eingeplante Versetzung ihrer Kinder aufs Gymnasium.

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