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20.06.2013

16:37 Uhr

Flut-Bilanz

Hochwasser verschont Dresdener Kunst

Während in vielen Orten die Flut verheerende Schäden hinterlassen hat, ist der Großteil der kulturträchtigen Dresdner Kunst verschont geblieben. Auch geplante Open Air-Veranstaltungen sollen wie geplant stattfinden.

Die Dresdner Filmnächte sind vom Hochwasser der Elbe verschont geblieben. dpa

Die Dresdner Filmnächte sind vom Hochwasser der Elbe verschont geblieben.

Vielerorts kämpfen die Menschen in Ost- und Nordeutschland noch mit den verheerenden Folgen der Flut. Doch anders als im Jahr 2002 sind die Auswirkungen des Hochwassers in diesem Juni auf die touristische Infrastruktur Dresdens gering geblieben. Die staatlichen Kunstsammlungen Dresden sind fast vollständig vom Hochwasser verschont geblieben.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gehören zu den Einrichtungen, die von den Hochwasser-Schutzmaßnahmen in großem Maße profitiert haben. Entsprechend positiv und erleichtert fällt das Resümee des Hauses aus: „Mit Ausnahme einer vorübergehenden Schließung des Kunstgewerbemuseums im Schloss Pillnitz am Stadtrand konnten alle Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden geöffnet bleiben“, sagt Dr. Hartwig Fischer, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Versicherer schätzen Flut-Schäden

Allianz

Das Hochwasser in Deutschland wird die Allianz nach Analystenschätzungen etwas teurer zu stehen kommen als die Flut 2002. JP-Morgan-Analyst Michael Huttner veranschlagt die Schadensumme für den deutschen Marktführer im Inland in einer Kurzstudie auf 350 Millionen Euro. Das wäre mehr als die 330 Millionen Euro vor elf Jahren.

(Stand: 10. Juni 2013)

Gartenbau Versicherung

Ein Spezialist unter den Versicherer: Dennoch wird die Gesellschaft wohl mehrere Millionen Euro an Schäden begleichen müssen. Allein in Sachsen sei mit einem Schaden von zwei Millionen Euro zu rechnen.

(Stand: 4. Juni 2013)

Gothaer Versicherung

Dem Unternehmen sind etwa 1000 Schäden gemeldet worden mit einem Schadensvolumen von etwa 20 Millionen Euro. Vorstandschef Thomas Leicht rechnet mit einem weiteren Anstieg auf das Niveau der Flut von 2002 – damals seien Schäden in Höhe von 30,2 Millionen Euro gemeldet worden.

(Stand. 7. Juni 2013)

R+V Versicherung

Bei der Versicherung der Volks- und Raiffeisenbanken sind etwa 2.000 Berichte über Schäden eingegangen und es sei kein Ende in Sicht, so eine Sprecherin. Es werde ein „Spitzenschaden“.

(Stand: 6. Juni 2013)

Signal Iduna

Die Versicherung erwartet einen Schaden von bis zu 50 Millionen Euro und damit mehr als im Jahr 2002.

(Stand: 10. Juni 2013)

SV SparkassenVersicherung

Die Gesellschaft rechnet mit einem Schaden in Höhe von 40 Millionen Euro auf Basis von insgesamt 7.500 Schadensmeldungen.

(Stand: 10. Juni 2013)

Versicherungskammer Bayern

Die Gesellschaft rechnet mit einem Schaden von 40 Millionen Euro.

(Stand: 5. Juni 2013)

Württembergische Versicherung

Das Unternehmen rechnet mit einem Schadenaufkommen von gut 50 Millionen Euro. 2002 hatten die Überschwemmungen an Oder und Elbe 44 Millionen Euro gekostet.

(Stand: 10. Juni 2013)

Versicherter Schaden 2002

Deutschlandweit belief sich der versicherte Schaden des als Jahrhundertflut bezeichneten Elbe-Hochwassers vor elf Jahren auf 1,8 Milliarden Euro. In ganz Europa mussten die Versicherer damals nach Daten der Münchener Rück 3,5 Milliarden Euro zahlen.

Versicherter Schaden 2013

Der Branchenverband GDV geht von Kosten aus, die über denen von 2002 liegen. Der Schaden würde in Deutschland also die Marke von 1,8 Milliarden Euro übersteigen. Experten des Dienstleister Aon gehen sogar von vier Milliarden Euro Schäden für die deutsche Versicherungswirtschaft aus. Die Ratingagentur Fitch erwartet immerhin 2,5 bis 3 Milliarden Euro.

(Stand: 12. Juni 2013)

Schon seit dem 15. Juni ist auch das Kunstgewerbemuseum wieder zugänglich, die Ausstellungsräume haben keinen Schaden genommen. „Ob im Albertinum, im Zwinger oder im Residenzschloss, alle dort befindlichen Museen waren und sind ohne Einschränkungen zugänglich“, sagt Fischer. Die Gemäldegalerie Alte Meister, das Grüne Gewölbe, der neue Riesensaal oder der kürzlich wiedereröffnete Mathematisch-Physikalische Salon, die Galerie Neue Meister mit der großartigen Sonderausstellung ‚Die Erschütterung der Sinne‘ und die Skulpturensammlung – alles sei wieder offen für Besucher.

Auch die großen Open-Air-Events der Landeshauptstadt können wie es derzeit aussieht ohne Einschränkungen stattfinden. So laufen gerade die Aufbauarbeiten für die Filmnächte am Elbufer, die ab dem 27. Juni bis Ende August wieder rund 50 Filmen auf einer mobilen Kinoleinwand präsentieren. Lediglich beim Aufbau kann es zu ein paar Verzögerungen kommen. Auch das „Elbhangfest Dresden“ (28. bis 30. Juni) und die Ostrale Dresden (ab dem 5. Juli), die internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste, zum 7. Mal in Dresden, seien nicht von den Folgen der Flut beeinträchtigt.

Von

deli

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