Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.08.2013

18:54 Uhr

Fondation François Schneider

Kunstgenuss mit Wasser

VonOlga Grimm-Weissert

Im elsässischen Wattwiller ist Wasser das Lebenselixier, auch für Künstler. François Schneider lädt sie in, Werke zum Thema Wasser zu schaffen. Im September eröffnet das Kunstzentrum des Unternehmers.

Patrick Bailly - Maitre Grand, "Boule d'eau" (Wasserkugel), 2013. 190 x 47 cm. (Ausschnitt) Fondation FranÁois Schneider

Patrick Bailly - Maitre Grand, "Boule d'eau" (Wasserkugel), 2013. 190 x 47 cm. (Ausschnitt)

Frei nach dem erotischen Roman  „Histoire d'O“ (Eau, französisch für „Wasser“) von Pauline Réage schreibt das Elsass eine neue, vielleicht nur etwas weniger sinnliche Geschichte zum Thema „Wasser“. Denn zeitgenössische Kunst in Verbindung mit dem feuchten Element ist das Konzept des einfallsreichen Werbemanagers und Industriellen François Schneider für sein Kunstzentrum im Elsass. In Wattwiller gründete der 75-Jährige im Jahr 2000 seine privat finanzierte Stiftung Fondation François Schneider, um zeitgenössische Kunst zum Thema „Wasser“ anzukaufen, auszustellen und junge Künstler zu fördern.

Granateneinschlag erzeugt Schwimmbad

„Kunst und Wasser“ ist ein knackiger Publicity-Slogan und besonders clever mit Blick auf die Geschichte des Ortes Wattwiller (Wasser-Weiler). Seit der Römerzeit ist er für die Qualität seines kristallklaren, puren Quellwassers berühmt. „Wenn Sie irgendwo ein Loch bohren, stoßen Sie hier auf Wasser. Nach jedem Einschlagen einer Granate entstand im Ersten Weltkrieg ein Schwimmbad“, witzelt der ansonsten seriöse Stifter.

François Schneider, Gründer der Kunststiftung Fondation François Schneider in Wattwiller, Frankreich. Fondation François Schneider

François Schneider, Gründer der Kunststiftung Fondation François Schneider in Wattwiller, Frankreich.

Schneider erwarb 1992 ein „brach liegendes Kartoffelfeld“ außerhalb von Wattwiller und baute dort eine rasch florierende Wasserfabrik auf. Bei der Anfahrt zur Fondation François Schneider blickt man auf formschöne Aluminiumsilos mit königsblauer Aufschrift. Dort wird das „Wattwiller“ oder „Jungbrunnen“ genannte Qualitäts-Wasser gelagert und in Flaschen abgefüllt.

Transparenz als Gestaltungsprinzip

Nachdem Schneider eine der besten europäischen Werbeagenturen aufgebaut und wieder verkauft, diverse andere Firmen gegründet und Patente angemeldet hatte, zog er sich sukzessive aus den Geschäften zurück. Seither widmet er sich seiner Stiftung, in deren Aufbau er viel Energie und Zeit investierte.

Das Kunstzentrum befindet sich in einer Kleinfabrik der 1920er-Jahre, von der nur noch die Fassade original ist. Das restliche Gebäude wurde total umgestaltet. Die Mauern sind aus Glas, das Innere geschmackvoll aus Glas, Holz, Beton und edlem Aluminium. Transparenz ist Trumpf, der Grundidee des glasklaren Wassers folgend. Ein Skulpturenpark verbindet Natur, Wasser und Kunst. Nur zwei vom Stifter persönlich angekauften Skulpturen sind bereits bekannt: eine glitzernde Fontäne von Niki de Saint Phalle („Star Fountain“) und ein Brunnen von Pol Bury. Sie sind auf dem Rasen platziert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×