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04.06.2012

16:44 Uhr

Fotoauktionen in Paris

Die Hausse macht eine Pause

VonOlga Grimm-Weissert

Paris bleibt mit den Umsätzen seiner Fotoauktionen hinter den Ergebnissen der Vorjahre zurück. Einzig Yann Le Mouël weist eine respektable Bilanz aus. Top-Los wurde eine der berühmten Meereslandschaften von Le Gray.

Gustave Le Gray: "Bewölkter Himmel. Mittelmeer Nr. 16, Frühling 1857". (Ausschnitt) Yann Le Mouël, Paris

Gustave Le Gray: "Bewölkter Himmel. Mittelmeer Nr. 16, Frühling 1857". (Ausschnitt)

Paris„Der Markt für Fotografie hält sich sehr gut und wir hatten eine absolut außerordentliche Auktion“, versichert die Fotoexpertin Viviane Esders, die seit Jahren mit dem Pariser Versteigerer Yann Le Mouël Fotoauktionen im Hôtel Drouot organisiert. Esders Aussage gilt keineswegs für die drei weiteren Pariser Fotoauktionen im Wonnemonat Mai. So wie die herbstlichen Temperaturen waren die Resultate alles andere als wonnig.

Nahezu katastrophal lief es bei Sotheby’s und Piasa. Sotheby’s verzeichnete ein Gesamtergebnis von 727.625 Euro. Die Schätzpreissumme belief sich auf 1,5 Millionen Euro. Bei Piasa kamen 170.185 Euro zusammen. Erwartet wurden 350.000 Euro.

Auch die von Experte Christophe Goeury zusammengestellte Auktion von Alexandre Millon schloss mit relativ bescheidenen 224.036 Euro ab. Dabei hatten sie ein eher ungewöhnliches Angebot, aus dem insbesondere ein Nachlass mit 19. Jahrhundert-Fotografie hervorstach.

Stärkere Auktion bei Phillips

Die von Yann Le Mouël am 24. Mai erzielten 583.000 Euro, inklusive der Nachverkäufe, übersteigen zumindest die Gesamtschätzung von 550.000 Euro. Die Summe der Pariser Foto-Auktionen in diesem Frühling, beläuft sich auf 1,7 Millionen Euro. Das ist zwar im Verhältnis zu deutschen Auktionen nicht schlecht, liegt jedoch unter den Resultaten der letzten Jahre in Paris, wo allein im November 2011 die Fotografieauktionen insgesamt 8,9 Millionen Euro einfuhren.

Auch London, wo Phillips de Pury am 17. Mai Fotografie für 2,2 Millionen Pfund versteigerte, schloss diesmal besser ab. Allerdings ist das Angebot sehr unterschiedlich: Unter den drei Londoner Toplosen befanden sich zwei zeitgenössische Monumentalfotos: Peter Beards „Hunting Cheetah's on the Taru Desert, Kenya, June, 1960“ legte mit 325.250 Pfund einen neuen Weltrekord für Beard fest. Auch das Riesenfoto des Franzosen Gérard Rancinan, „Batman Family (Girls)“ verzeichnete einen Weltrekord mit 97.250 Pfund (121.000 Euro). Zwischen die beiden Zeitgenossen schob sich nur der Klassiker Irving Penn mit „Woman in Palace (Lisa Fonssagrives-Penn), Marrakech, Marokko“ für 99.650 Pfund.

Amüsanterweise hatte Auktionator Le Mouël einen kleinen Silbergelatine-Abzug von 1999 mit dem gleichen Titel von Peter Beard, den drei afrikanische Künstler im Randbereich zu einem Unikat gestalteten. Er erzielte deshalb den guten Preis von 14.250 Euro.

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