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12.05.2014

21:18 Uhr

Fotoauktionen London

Neu entdecktes Album erzielt einen Toppreis

VonMatthias Thibaut

Die Entscheidung von Sotheby’s, mit seiner Frühjahrsauktion für Fotografie zurück nach London zu gehen, war richtig. Das zeigt das Ergebnis der ersten Auktion an der Themse. Ein gutes Resultat fährt auch Phillips ein.

Irving Penn: "Anemone/Anemone Coronaria: Inra Blue, New York", 2006. Der im selben Jahr hergestellte Pigmentprint erzielte 69.700 Pfund. (Ausschnitt) Sotheby's

Irving Penn: "Anemone/Anemone Coronaria: Inra Blue, New York", 2006. Der im selben Jahr hergestellte Pigmentprint erzielte 69.700 Pfund. (Ausschnitt)

LondonSotheby’s hat einen Teil seiner vor ein paar Jahren nach Paris abgezogenen Fotoauktionen nach London zurückverlegt und mit seiner Auktion am 7. Mai 2014 in London einen glänzenden Start absolviert. Spitzenlos war ein Album mit 44 Salzabzügen des Amerikaners John Beasley Greene, darunter fünf Motive, die nie gesehen waren. Das Album, das auch Zeichnungen, Notizen in Arabisch enthält, entstand bei Expeditionen in Algerien und Ägypten in den 1850er-Jahren, als Europas Kunst und Mode den Orient eroberte. Das bisher unbekannt in einer französischen Familie verborgene Album brachte anonym 482.500 Pfund. Dass der Preis weit über der Schätzung von 100.000 bis 150.000 Pfund lag, überraschte die Expertin Simone Klein aber nicht.

„Wir wussten, dass es einen guten Preis bringen würde“, sagte sie dem Handelsblatt nach der Auktion. „Es war marktfrisch, hochinteressant und im besten Zustand“. Dazu kommt, dass Greene, ein Schüler des großen Gustave Le Gray, vor allem bei amerikanischen Sammlern wie ein „Rockstar“ behandelt wird, weil er wie ein Mythenheld bereits mit 24 Jahren starb. Seine Fotos wirken extrem modern, in der Art, wie die Ausschnitte gewählt sind und in der Sorgfalt, mit der er jeden Abzug bearbeitet und manipulierte, ganz ähnlich wie die zeitgenössischen Künstler es mit dem Fotoshop-Programm am Computer tun.

Koordination mit „Photo London“ 

Das Album steuerte über ein Viertel der Gesamteinnahme von 1,85 Millionen Pfund bei. Zwar gingen 40 Prozent der Lose zurück, der Rest erzielte aber teilweise exzellente Preise, so dass der Rückgang nach Wert nur 22 Prozent betrug. Das bestätigte Klein, dass es gut war, nach London zurückzukehren: „Hier ist der Markt stärker mit einer größeren Käuferkraft“.

Zusammen mit den regelmäßigen Auktionen von Phillips, wo am Tag danach versteigert wurde, hat der Fotomarkt in London damit wieder ein festes Standbein. Sotheby’s will in Europa weiterhin im November in Paris seine Hauptauktion parallel zur „Paris Photo“ abhalten. London soll im Mai zum Zentrum werden, wenn im nächsten Jahr im Somerset House die von der Schweizer Sammlerin und Pharmaerbin Maja Hoffmann gesponserte „Photo London“ starten wird.

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