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27.04.2015

14:08 Uhr

Fotografie

Gute Geschäfte auf der Verbandsmesse

VonBarbara Kutscher

Die “Aipad” ist Amerikas älteste und wichtigste Fotomesse. Allerdings kämpft die vorwiegend von US-Händlern bespielte Plattform zunehmend mit ihrer internationaler aufgestellten Konkurrenz. Auf den zuvor abgehaltenen New Yorker Fotoauktionen beherrschen die begehrten Künstlernamen das Feld.

Bill Owens „Hockney painted this Pool“, 1980. Den 50 x 60 cm großen Pigmentprint offerierte die PDNB Gallery, Dallas.

Eine Hommage an David Hockney

Bill Owens „Hockney painted this Pool“, 1980. Den 50 x 60 cm großen Pigmentprint offerierte die PDNB Gallery, Dallas.

New YorkDie jüngste Ausgabe der New Yorker “Aipad Photography Show” (16. bis 19. April 2015) war rundum ein Erfolg. Nicht nur stellte eine Rekordzahl von 89 Händlern aus, die 12.000 Besucher in die Park Avenue Armory zogen. Es wurden auch gute Geschäfte gemacht.

Seit 35 Jahren wird die Aipad von den 123 Mitgliedern des gleichnamigen Händlerverbandes "Association of International Photography Art Dealers" (Aipad) organisiert und hat sich mittlerweile zu einer eleganten und doch kollegial geprägten Messe gemausert. Etwa 80 Prozent der Aussteller kommen aus Nordamerika.

„Es ist eine sehr wichtige Kontaktmesse“, weiß der Hamburger Galerist Robert Morat, der seit zwei Jahren dem Aipad-Vorstand angehört. Sie ist ein Pflichtstop für Museumskuratoren, auch die von kleineren Museen, die kein Budget für eine Europareise haben. New York ist immer noch der weltweit wichtigste Marktplatz fur Fotokunst.

Aber inzwischen ist Konkurrenz nachgewachsen: Die vor 19 Jahren gegründete Paris Photo ist viel internationaler aufgestellt und fast doppelt so groß. Sie zog im letzten Jahr fast 60.000 Besucher an. Dagegen kämpft der vor drei Jahren gegründete Ableger Paris Photo Los Angeles gegen ein viel zu relaxtes kalifornisches Kaufklima an. Die bevorstehende Ausgabe (1. bis 3. Mai 2015) muss auf wichtige etablierte Händler verzichten; der Schwerpunkt wird deshalb auf zeitgenössischer Fotokunst liegen. Gespannt wartet die Branche aber auf die Premiere der eurozentrischen Photo London (21. bis 24. Mai 2015), die auch von großen US-Händlern unterstützt wird.

Ort für Entdeckungen

Die Aipad Photography Show wartete mit einem breiten Spektrum von Vintage-Abzügen (zeitnah zur Aufnahme hergestellte Abzüge) des 19. und 20. Jahrhunderts bis hin zu Videos und neuen Medien auf. Neben den bekannten Blue Chip-Namen der Moderne gab es auch viel Ungewöhnliches und auch noch Unterbewertetes zu entdecken. So zum Beispiel japanische Fotografie der 1960er- und 70er-Jahre. Sie wird in Houston (Texas) gerade in einer großen Museumsausstellung erforscht.

Auf der Messe war die japanische Fotografie bei der renommierten Photo Gallery International (Tokio) mit dem einflussreichen Künstler Yasuhiro Ishimoto (1921-2012) vertreten, der am Chicago Institute of Design (New Bauhaus) studierte. Ishimotos abstrakte farbige „Composition“ (1980er) kostete 13.250 Dollar. L. Parker Stevenson (New York) setzte dagegen auf schwarzweiße Himmelsaufnahmen des wenig bekannten Kikuji Kawada (8.000 bis 12.000 Dollar).

Zeitgenössische Fotokunst auf dem Vormarsch

Zeitgenössisches nimmt auch auf der AIPAD-Messe immer mehr Raum ein. Picture Photo Space (Osaka) verschaffte den großen, mit Glitter bestreuten Selbstporträts der Japanerin Ayano Sudo eine US-Premiere. Sie hatte sich in unterschiedlichen Kostümierungen fotografiert. Die Giclée-Drucke (hochwertiger Tintenstrahldruck) kosten in 8er-Auflage 2.000 bis 6.500 Dollar. Der amerikanische Fotograf Minor White (1908-1976) war nach einer Ausstellung im Getty Center im letzten Sommer gleich bei mehreren Händlern zu finden. Preise für seine schwarzweißen, symbolbefrachteten Naturaufnahmen sind noch nicht über 50.000 Dollar geklettert. Gitterman Gallery (New York) etwa zeichnete „Moon and Wall Encrustations, Pultneyville, NY 1964“ mit 40.000 Dollar aus.

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