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02.03.2014

13:54 Uhr

Französischer Filmemacher

Alain Resnais ist tot

Die Filmbranche klagt über den Tod eines ganz Großen: Am Wochenende ist der französische Filmemacher Alain Resnais in Paris gestorben. Der Autorenfilm verliert einen seiner wichtigsten Protagonisten.

Alain Resnais ist am Samstag im Alter von 91 Jahren in Paris gestorben. Reuters, Sascha Rheker

Alain Resnais ist am Samstag im Alter von 91 Jahren in Paris gestorben.

ParisVerwirrungen, komplizierte Intrigen und das Spiel im Spiel: Seine Experimentierfreudigkeit ließ Alain Resnais zum Großmeister des französischen Autorenfilms werden. „Mich interessiert, ob man dies und jenes auch im Kino zeigen kann. Ich suche immer nach etwas Neuem“, erklärte der Bretone aus Vannes. Auf der Berlinale zeigte er vor wenigen Wochen „Aimer, boire et chanter“ – seinen jüngsten und letzten Film. Mit 91 Jahren ist der „Bastler, der mit dem Kino spielt“ am Samstag in Paris im Kreis seiner Familie gestorben.

Der Produzent Jean-Louis Livi hat am Sonntag die Todesnachricht bekanntgegeben. Er hat die letzten Filme Resnais' mitfinanziert, darunter auch „Aimer, boire et chanter“ (Lieben, Trinken und Singen). Die Geschichte handelt von drei Ehepaaren, deren jeweils weiblicher Teil ein Theaterstück probt. Während der Proben erfahren sie von der unheilbaren Krebserkrankung eines gewissen George. Der Film erhielt bei der Berlinale im Februar den Alfred-Bauer-Preis - in Abwesenheit des Regisseurs.

Vom Theater im Theater handelt auch sein in Cannes 2012 gezeigter Film „Ihr werdet euch noch wundern“. In dem Drama überlagern sich verschiedene Realitäts- und Fiktionsebenen. Resnais drehte anspruchsvolle und intellektuelle Filme, deren Ästhetik sie dennoch zu einem Kinovergnügen werden ließ.

Zu seinem Ruf als Experimentalist und intellektueller Filmemacher ist er vor allem in den 60er Jahren gekommen. In dem Science-Fiction- Film „Je t'aime, je t'aime“ verwirrte er Frankreichs Publikum und Fachpresse bereits mit seinem komplizierten Spiel mit Zeit- und Realitätsebenen, und in „Provence“ von 1976 konfrontierte er die Zuschauer mit dem Sterben und den Fantasien eines kranken Schriftstellers. Er selbst jedoch lehnte diesen Ruf stets ab. Er sah sich als Anstifter, Lenker, Verbinder von Teilen, als der große „Monteur“.

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