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13.11.2013

08:31 Uhr

Französischer Kunstmarkt

Mehrwertsteuer auf Importe herabgesetzt

Der französische Staat hat von Plänen abgelassen, Kunsteinfuhren höher zu besteuern. Im Gegenzug darf Kunst erst nach 22 Jahren steuerfrei wieder verkauft werden.

Der Vorsitzende des französischen Galeristenverbandes, Georges-Philippe Vallois. Georges-Philippe Vallois

Der Vorsitzende des französischen Galeristenverbandes, Georges-Philippe Vallois.

ParisEinigkeit macht stark. Das bewiesen die französischen Kunstmarkt-Interessenverbände der Galeristen, Antiquitätenhändler und Versteigerer, die zum ersten Mal gemeinsam gegen die ab 2014 geplante Erhöhung der Einfuhr-Mehrwertsteuer vorgegangen sind. Der Erfolg gibt der Gemeinschaftsinitiative Recht. Denn entgegen der vorgesehenen Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Importe (TVA à l'importation) von derzeit 7 auf 10 Prozent, wird der Steuersatz sogar auf den bis Ende 2012 gültigen Satz von 5,5 Prozent herabgesetzt.

Franck Prazan ist Eigentümer der Galerie Applicat-Prazan und führt zwei Galerien in Paris. Er ist Mitglied im Verband der Galeristen und im Verband der Antiquitätenhändler und war lange Zeit Verwaltungsdirektor von Christie's. Galerie Applicat-Prazan

Franck Prazan ist Eigentümer der Galerie Applicat-Prazan und führt zwei Galerien in Paris. Er ist Mitglied im Verband der Galeristen und im Verband der Antiquitätenhändler und war lange Zeit Verwaltungsdirektor von Christie's.

Vergleich mit England

Die Interessenverbände, an ihrer Spitze der Vorsitzende des Galeristenverbandes Georges-Philippe Vallois, der Galerist Franck Prazan (Galerie Applicat-Prazan) für den Antiquitätenhändler-Verband, Sotheby's Generaldirektor Guillaume Cerrutti und der Vorsitzende des Versteigerer- Verbandes, Jean-Pierre Osenat, hatten ein Weißbuch verfasst und der Regierung und den Parlamentariern im Juli 2013 vorgelegt (s. Handelsblatt vom 12. Juli 2013). Sie wiesen auf die Gefahren für Frankreichs Kunstmarkt hin, insbesondere im Wettbewerb gegen England. In England beträgt die Einfuhr-Mehrwertsteuer nur 5 Prozent. Der doppelte Steuersatz im Verhältnis zu England hätte für den französischen Kunstmarkt dramatische Konsequenzen gehabt.

Höhere Steuern beim Wiederverkauf

Als Kompensation für die Herabsetzung der in Frankreich von der Steuer nicht absetzbaren Einfuhr-Mehrwertsteuer beschlossen die französischen Parlamentarier und die Regierung allerdings, die Frist von zwölf auf 22 Jahre zu verlängern, in der bei einem Wiederverkauf der erzielte Mehrwert versteuert werden muss. Bisher bezahlte man im Falle eines Wiederverkaufs binnen zwölf Jahren entweder fünf Prozent des erzielten Mehrwerts (auf der Basis des Einkaufspreises) oder man entschied sich, die Gewinnspanne in die persönlichen Steuerabgaben zu integrieren. Wer binnen 22 Jahre verkauft, zahlt ab 2014 statt fünf Prozent 6,5 Prozent.

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