Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.03.2012

10:59 Uhr

Galerie Baukunst

Chillida Skulptur gestohlen

VonElke Trappschuh

Eine schwere Eisenskulptur des baskischen Bildhauers Eduardo Chillida ist aus der Ausstellung in der Galerie Baukunst gestohlen worden. Die Galeristin hat das Werk „so heiß gemacht, dass es keiner es verkaufen kann“.

Eduardo Chillida: Die gestohlene Eisenskulptur "Gnomon II" von 1984 (Ausschnitt). Galerie Baukunst

Eduardo Chillida: Die gestohlene Eisenskulptur "Gnomon II" von 1984 (Ausschnitt).

KölnGut eine Woche nach der Tat sucht die Kölner Polizei noch immer nach Hinweisen auf den oder die Täter, die am 29.2. eine exemplarische Skulptur des spanischen Bildhauers Eduardo Chillida (1924 – 2002) aus der Kölner Galerie Baukunst am Theodor-Heuss-Ring 7 gestohlen haben. Am helllichten Tag und während der normalen Öffnungszeiten, an denen allerdings eine Türklingel eine gewisse Zugangs-Barriere darstellt.

Mit so viel Kunstverstand wie Chuzpe hatten der/die Täter es auf das Paradestück der Hommage zum 10. Todesjahr des großen Spaniers abgesehen: die Eisenplastik "Gnomon II", ein Unikat von 1984, das zwar nur "handliche" 17 mal 23 mal 26 cm misst, aber über 20 Kilo wiegt. Über den Wert/Versicherungswert der einzigen Eisenskulptur ihrer Ausstellung kann Baukunst-Geschäftsführerin Jutta Müller keine Angabe machen, da  das Werk als Leihgabe aus einer deutschen Privatsammlung die Ausstellung zierte. Einen gewissen Anhaltspunkt über die stetig steigende Kunstmarkt-Wertschätzung des großen Basken, von dem jeder Deutsche die große Skulptur vor dem Bundeskanzleramt kennt, liefern jedoch die letzten Londoner Auktionen, wo die eher seltenen und besonders begehrten Eisenarbeiten ihre Taxen mindestens verdoppeln konnten. Im Februar schnellte eine etwa gleich große Arbeit auf 684.733 Euro, etwas größere Arbeiten sprangen auf gut eine und 2,3 Mill. Euro. Einen Überblick über den Chillida-Markt hat Sabine Spindler am 6.2.2012 im "Handelsblatt" gegeben.

Belohnung ausgesetzt
Ob der/die Diebe mit "Gnomon II" (benannt nach einem antiken astronomischen Instrument) ähnlich auf dem Kunstmarkt reüssieren können, bezweifelt Jutta Müller. Sie hat, sagt sie, alles getan, um das Werk "so heiß zu machen, dass keiner es verkaufen kann". Für Hinweise, die zur Wiedererlangung des Werks führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Die aktuelle Schau
Noch bis Ende des Monats präsentiert die Galerie Baukunst in ihrer vierten Chillida-Schau 30 Exponate aus den 1940er-Jahren bis zum Spätwerk. Der Bildhauer ist hier mit vier sog. "Lurras" präsent, den kompakten Terrakotten, von denen der produktive Künstler zwischen 1977 und 1981 etwa 500 Arbeiten geschaffen hat (Preise 160.000 bis 300.000). Graphiken (ab 22.000) und Zeichnungen (über 40.000) stecken die ganze Entwicklung des Künstlers ab, der mit seinen Themen Volumen und Raum, Zeichen und Materie der abstrakten Skulptur des 20. Jahrhunderts eine suggestive physische Erlebnisqualität gegeben hat. 

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×