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23.01.2010

10:46 Uhr

Galerieaustellungen

Messen sterben und suchen sich neue Plattformen

VonBarbara Kutscher

Die Zahl der Kunstmessen schrumpft weiter. Jüngster Verlust ist "Works on Paper", die eigentlich Ende Februar stattfinden sollte, nun aber wegen mangelnden Händlerinteresses gecancelt wurde. Auch die Zukunft der "International Fine Art Fair" Anfang Mai steht noch in den Sternen. Die Messen haben Konkurrenz bekommen.

Kunstmessen müssen sich neue Präsentationsformen suchen. ap

Kunstmessen müssen sich neue Präsentationsformen suchen.

NEW YORK. Die "Old Master Week" der New Yorker Auktionshäuser Ende Januar wurde stets von Galerieausstellungen begleitet. Zunehmend mieten sich auswärtige Händler bei Kollegen ein und bieten hoffentlich der schrumpfenden Messelandschaft Paroli. Jüngster Verlust ist "Works on Paper" Ende Februar. Die Messe wurde wegen mangelnden Händlerinteresses gecancelt. Auch das Schicksal der "International Fine Art Fair" Anfang Mai hängt noch in der Schwebe.

Aber dafür bereichert Fabrizio Moretti aus Florenz in seiner gelegentlich genutzten New Yorker Dependance das Altmeisterspektrum um 14 frühe italienische Gemälde (bis 12. Februar). Hier findet sich das exquisite Altarbild "Madonna mit den Heiligen Bartholomäus und Johannes" des Sienesen Giovanni di Paolo (1,8 Mio. Euro). Oder das imposante, für die Florentiner Loggia di Bigallo geschaffene Triptychon mit "Madonna, Petrus von Verona und Johannes dem Täufer" des zu Lebzeiten sehr geschätzten Mariotto di Nardo (1416, 1,5 Mio. Euro). Zu der Handvoll begeisterter Sammler von Goldgrundbildern, die etwa in Italien oder Chile sitzen, gehört auch der New Yorker Händler Richard Feigen.

Bereits zum vierten Mal organisierten Crispian Riley-Smith (London) und Margot Gordon (New York) die "Master Drawings Week" (23. bis 30. Januar) nach Londoner Vorbild. Die Broschüre listet 22 Zeichnungshändler auf, die sich bei Kollegen auf der Upper East Side Manhattans einmieten, darunter neun aus England und erstmals auch José de la Mano Galería de Arte aus Madrid. Das Angebot reicht von Alten Meistern bis ins 20. Jahrhundert, einiges überschreitet die Millionen-Dollar-Marke. Sieben Galerien, darunter Didier Aaron und Thomas Williams Fine Art, sind zum ersten Mal dabei. Monroe Warshaw (bei Alexander Gallery) widmet einen Raum Niederländern des 16. und deutschen Werken des 17. Jahrhunderts. Hier findet sich Joachim Beuckelaers gerasterte Federzeichnung "Anbetung der Hirten" (um 1560, 45 000 Dollar) für St. Ursula, Köln, eine von mehreren Repliken.

Die Auswahl bei Stephen Ongpin (bei Mark Murray) reicht von Altmeistern über Géricaults Bleistift- und Tuschezeichnung "Rennen der Barberi-Pferde" (100 000 Pfund) bis zu einer Wachsstiftzeichnung Basquiats (um 300 000 Euro). Dickinson bietet Kees van Dongens Gouache "Femme au Châpeau" (um 1908, 396 000 Dollar) an, und diskret lädt auch Jan Krugier Gallery zu einer Zeichnungsschau des 19. Jahrhunderts ein. Jean-Luc Baroni (London) teilt zum ersten Mal das ehemalige Vanderbilt Mansion mit der hier ansässigen Carlton Hobbs Gallery und deren außergwöhnlichen Möbeln. Hier findet man auch das 2006 wiederentdeckte Ölbild "Salmacis und Hermaphrodit" von Ludovico Carracci, das Baroni zu 7,4 Mio. Pfund ersteigert hatte.

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