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27.06.2012

09:32 Uhr

Galerien in Paris

Kampf der Giganten

VonOlga Grimm-Weissert

Thaddäus Ropac eröffnet im Herbst eine zusätzliche Dependance auf einem Fabrikgelände in Paris. Großgalerist Larry Gagosian kontert mit dem Umbau eines Industriegebäudes im Norden der Stadt. Beide eröffnen mit einer Anselm Kiefer-Schau.

Die neue Dependance von Thaddäus Ropac in Paris-Pantin. Galerie Thaddäus Ropac, Salzburg-Paris

Die neue Dependance von Thaddäus Ropac in Paris-Pantin.

ParisSeit Jahren führen die internationalen Topgaleristen für zeitgenössische Kunst einen Wettstreit darum, wer die größte Galerie und die meisten Dependancen unterhält. Der Kampf der Giganten greift nun auch auf Paris über. Der erfolgreiche Österreicher Thaddäus Ropac kündigte im Juli 2011 an, im nordöstlichen Pariser Vorort Pantin ein Fabrikgelände in eine Megagalerie umzufunktionieren. Ab 14. Oktober kann Ropac dort Monumental-Skulpturen präsentieren und produzieren. Nun kontert der als „Number One“ bezeichnete Amerikaner Larry Gagosian mit einer Großgalerie im Norden von Paris. Stararchitekt Jean Nouvel baut in Le Bourget ein lang gestrecktes Industriegebäude um, das im Herbst mit fast 2.000 Quadratmetern eröffnet wird.

Ropac, dessen Pariser Galerie im Marais derzeit 700 Quadratmeter beträgt, der aber mehr Räume bräuchte, verfügt in Pantin über 4.700 Quadratmeter. Die Architekten Buttazoni & Associés, die bereits seine Pariser Galerie umbauten, passen die unter Denkmalschutz stehenden acht Gebäude dem Galerienbedarf an.

Die neue Depandence von Larry Gagosian im Norden von Paris. (Ausschnitt) Gal. Larry Gagosian

Die neue Depandence von Larry Gagosian im Norden von Paris. (Ausschnitt)

Auf allen Marktplätzen der Welt

Im Ringen um den ersten Platz verblüffen die beiden Titanen mit den Eröffnungsausstellungen: Ropac, der Anselm Kiefer seit einigen Jahren betreut und sich finanziell an den Produktionskosten seiner Werke beteiligt, zeigt Kiefer gleichzeitig mit Joseph Beuys. Erstaunlicherweise imitiert Gagosian seinen Konkurrenten und eröffnet Le Bourget ebenfalls mit Anselm Kiefer.

Gagosian herrscht inklusive der Bourget-Galerie über ein Imperium von zwölf Niederlassungen. Er führt drei Galerien in New York, eine in Beverly Hills, zwei in London und Paris und jeweils eine in Rom, Athen, Genf und Hongkong. Ropac ist mit je zwei Dependancen in Salzburg und Paris präsent.

Expansionspolitik der Kollegen

Ropacs Salzburger Kollege Mario Mauroner führt ebenfalls zwei Galerien in Salzburg und eine Großgalerie in Wien. In Salzburg mietet er in diesem Sommer zusätzliche 550 Quadratmeter für eine Jan Fabre-Schau an. Expansiv verhält sich auch der Pariser Galerist Emmanuel Perrotin, der den Platz seiner Pariser Räume in den letzten sechs Jahren in etwa vervierfachte. Nach einem rasch gestoppten Versuch mit einer Zweitgalerie in Miami eröffnete er im Mai in Hongkong eine Dependance in einem Stockwerk eines Hochhauses. Auch die Marlborough Gallery praktiziert die geographische Ausweitung seit Jahren mit ihren derzeit acht Galerien: zwei in New York, drei in London, je eine in Monaco, Madrid, Barcelona, Santiago di Chile und Blendheim in Neuseeland. Im Vergleich dazu halten sich die Schweizer Hauser & Wirth im Mittelfeld des Titanen-Kampfes. Neben ihrer Großgalerie in Zürich betreiben sie drei Niederlassungen in London und eine in New York.

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