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15.09.2014

16:46 Uhr

Galerienrundgang München

Kreative Demonstranten

VonBettina Beckert

Zum Auftakt in die Herbstsaison haben die Münchner Galerien ein anregendes Ausstellungsprogramm zu bieten. Insbesondere das Kunstareal rund um die Pinakotheken laden zum Flanieren und Entdecken ein.

Die griechische Künstlerin Eleni Mylonas verbindet die schräge Ästhetik mit einer politischen Aussage. Das Vorbild lieferten türkische Demonstranten. Fotokunst, gesehen in der Galerie Heitsch. GALERIE FRANÇOISE HEITSCH

Die griechische Künstlerin Eleni Mylonas verbindet die schräge Ästhetik mit einer politischen Aussage. Das Vorbild lieferten türkische Demonstranten. Fotokunst, gesehen in der Galerie Heitsch.

MünchenEs ist ein Ereignis, das in den Kalendern internationaler Sammler, Kuratoren und Kunstinteressierten bereits seit 26 Jahren seinen festen Platz hat: die Münchner Open Art Mitte September eröffneten mehr als 65 Münchner Galerien und Institutionen die neue Ausstellungssaison, darunter auch einige Newcomer.

Gelungen ist das Debüt der Künstleragentur Bernheimer Contemporary Art Solutions & Projects. Im Juli wurde sie von Isabel Bernheimer zusammen mit ihrem Vater, Altmeisterhändler Konrad O. Bernheimer gegründet. Ziel ist es „emerging artists“ verantwortlich auf dem Weg in den internationalen Kunstmarkt zu begleiten, sie „behutsam zu fördern“. Isabel Bernheimer lebt in Berlin, die Agentur wird ortsungebunden arbeiten. Zum Konzept passt, dass nicht ein Katalog, sondern ein Folder mit Postkarten die Ausstellung begleitet.

„Sehr familiär, fair und stilvoll“ beschreibt Künstler Jan Kuck die Kooperation, der zusammen mit Victor Alaluf die Eröffnungsausstellung bestreitet. „Vanitas“ ist ein spannender Dialog der fragilen und gleichzeitig kraftvollen Installationen und Objekte Alalufs und der unter anderem vom rationalen Denken Kants beeinflussten Werke des studierten Philosophen Kucks. Wie anregend die Zusammenarbeit ist, zeigen Altmeisterstillleben aus dem Stock von Bernheimer, die Kuck seinen Werken gegenüberstellt. Beim Hängen entwickelte er mit Konrad Bernheimer diese Idee. Nachdenklich stimmt ein Brot aus Beton, das mit 3.000 Swarovski Steinen verziert ist und in dem ein mit 24 Karat vergoldetes Messer steckt (Preise ab 4.000 Euro).

Wandernder Wandteppich

Immer dichter wird die Szene um das Kunstareal der Pinakotheken, die zum Flanieren und Entdecken einlädt. Auf dem internationalen Parkett ist Goshka Macuga bereits voll etabliert, die ihre vierte Einzelausstellung bei Rüdiger Schöttle im Pinakothekenareal hat. „Madness and Ritual“ zeigt die gattungsübergreifende Kunst Macugas, deren monumentales Diptychon, ein fotorealistischer Wandteppich, eines der zentralen Werke der Documenta 13 war. Sie stellt hier Collagen und Wandteppiche aus, die nicht mehr nur an der Wand hängen, sondern im Raum stehen bzw. von der Wand in den Boden vorstoßen.

Im Erdgeschoss läuft die Videoaudioproduktion des Theaterstücks, das Macuga anlässlich der 8. Berlin Biennale konzipierte. Die Preise für Arbeiten der Künstlerin liegen zwischen 10.000 und 150.000 Euro (bis 8. November 2014).

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