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06.09.2011

09:45 Uhr

Gegenwartsfotografie

Freigeist Ai Weiwei im Selbstporträt

Das Kupferstich-Kabinett Dresden erweitert seine Sammlung der Gegenwartsfotografie um zwölf fotografische Selbstbildnisse des Künstlers Ai Weiwei. Der Bürgerrechtler ist den chinesischen Machthabern schon lange ein Dorn im Auge.

„Self-Portrait, 1986“- Selbstbidnisse des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, (Silbergelatine; 278 x 354 mm) aus der Folge: „Ai Weiwei: New York 1983 - 1993“ (Handout Kupferstich-Kabinett Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden). dpa

„Self-Portrait, 1986“- Selbstbidnisse des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, (Silbergelatine; 278 x 354 mm) aus der Folge: „Ai Weiwei: New York 1983 - 1993“ (Handout Kupferstich-Kabinett Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden).

DresdenDie Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen erwarben die Folge „New York Photographs 1983-1993“ des chinesischen Künstlers, sagte eine Sprecherin des Vereins Museis Saxonicis Usui (MSU) am Dienstag. Die zwölf fotografischen Selbstbildnisse entstanden zwischen 1983 und 1993 in New York.

Darin dokumentiert Ai Weiwei seinen Lebensalltag als junger chinesischer Künstler in der für ihn unbekannten westlichen Kultur. In zum Teil humorvollen fotografischen Posen zitiert er zeitgenössische internationale Künstlergrößen wie Warhol, Duchamps oder Beuys und tritt in einen künstlerischen und interkulturellen Dialog mit einer Welt jenseits seiner Heimat.

„Das Kupferstich-Kabinett Dresden sammelt seit über 100 Jahren Fotografie unter künstlerischen Gesichtspunkten“, sagte Direktor Bernhard Maaz. Der Bestand umfasse knapp 10.000 Werke. Da diese Tradition auf hohem Niveau und mit wichtigen internationalen Positionen fortgesetzt werde, sei der Erwerb „ein großer Gewinn“.

Sie zeige, wie sich der ins Ausland gegangene Künstler mit westlicher Geistesgeschichte und den eigenen Wurzeln beschäftige. Die Blätter mit den Fotografien im Handyformat sind von Mittwoch an für zwei Monate im Studiensaal des Kupferstich-Kabinetts zu sehen, sagte MSU-Geschäftsführerin Maria Krusche.

Ai Weiweis Schaffen liege dem Freundeskreis schon lange am Herzen. Bereits 2009 hatte dieser mit „Marble Door“ (2007) eine zentrale Skulptur des Bürgerrechtlers für die Galerie Neue Meister im Albertinum gekauft. Der neuerliche Ankauf aus einer deutschen Galerie wurde ein Jahr lang vorbereitet, sagte Krusche. Er sei kurz vor der Verhaftung des Regimekritikers im März erfolgt.

Ai Weiwei war erst im Juni auf Kaution freigelassen worden. Dem 54-Jährigen wird Steuerhinterziehung vorgeworfen, aus Sicht seiner Familie soll er aber nur zum Schweigen gebracht werden. Über seine 80 Tage in Haft sind kaum Details bekannt.

Der Freundeskreis unterstützt seit 1991 die zwölf Museen der Kunstsammlungen und hat mehr als 1100 Mitglieder. Zuletzt hatten die MSU 128.000 Euro für die Restaurierung des „Canaletto-Blicks“, der berühmten barocken Stadtansicht von Dresden von Bernardo Bellotto, für die Gemäldegalerie Alte Meister gesammelt.

Von

dpa

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