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28.04.2015

08:28 Uhr

Gerhard Richter

Der gefragteste noch lebende Maler der Welt

Der deutsche Maler Gerhard Richter gilt als der gefragteste noch lebende Künstler seiner Zunft. Experten warnen derweil vor der Preisentwicklung auf dem Auktionsmarkt. Die „Spekulationsmanie“ könnte mit einem Crash enden.

Er gilt als bedeutendster, noch lebender Maler: Gerhard Richter. dpa

Gerhard Richter

Er gilt als bedeutendster, noch lebender Maler: Gerhard Richter.

KölnGerhard Richter ist einem Ranking zufolge der gefragteste lebende Maler auf dem Auktionsmarkt der vergangenen 40 Jahre.

Nach dem Kunstindex des „Manager Magazin“ erzielten von 1970 bis 2014 Werke von Pablo Picasso die höchsten Umsätze. Dahinter folgen Andy Warhol, Claude Monet, Francis Bacon, Pierre-Auguste Renoir und dann der in Köln lebende Richter (83).

Die vier begehrtesten Maler des Jahres 2014 waren demzufolge Andy Warhol, Pablo Picasso, Francis Bacon und Richter auf Platz 4 – wieder als erster lebender Künstler. Der Index basiert nach Angaben des Magazins auf fünf Millionen Verkaufsdaten von 700 Auktionshäusern.

Verschiedene Studien haben in letzter Zeit ergeben, dass sich der Weltkunstmarkt derzeit auf einem Allzeit-Hoch befindet. Der Autor des „mm-Kunstindex“, Roman Kräussl von der Luxembourg School of Finance, hält diese Preisentwicklung für übertrieben.

Künstler und ihre Auktionsumsätze

Die Top 10

Die höchsten Auktionsumsätze brachten nach Angaben des Informationsdienstes Artprice vergangenes Jahr die Werke von zwei chinesischen und acht westlichen Künstlern. Die Top 10-Liste weist zwei noch lebende Künstler aus: Gerhard Richter und Jeff Koons.

Quelle: dpa

1. Andy Warhol

570 Millionen US-Dollar (516 Mio Euro)

2. Pablo Picasso

375 Mio. USD

3. Francis Bacon

271 Mio. USD

4. Gerhard Richter

254 Mio. USD

5. Mark Rothko

250 Mio USD

6. Claude Monet

223 Mio USD

7. Qi Baishi

206 Mio USD

8. Alberto Giacometti

205 Mio USD

9. Zhang Daqian

193 Mio USD

10. Jeff Koons

150 Mio USD

„Die Preise für Contemporary Art (zeitgenössische Kunst) haben einen kritischen Wert überschritten“, warnte er in dem Artikel.

„Es herrscht eine Spekulationsmanie, auf die in der Vergangenheit meist ein Crash folgte.“ Ein Preisrutsch bei den großen Frühjahrs- oder Herbst-Auktionen würde ihn nicht überraschen.

Die Spekulationsmanie beschränkt sich dabei nach Beobachtung von Kräussl auf das absolute Topsegment. Wer zur Jahrtausendwende 100.000 Dollar in einen Index der 50 meistgehandelten Nachkriegs- und Gegenwartskünstler gesteckt hat, hat demnach seinen Einsatz fast versechsfacht.

Bei einem Gesamtindex für alle Künstler hätte sich der Gewinn inflationsbereinigt dagegen auf null belaufen. Und selbst bekannte Namen sind keine Garantie für Rendite. Kräussl verweist auf den britischen Künstler Damien Hirst, dessen Durchschnittspreis sich zwischen 2000 und 2008 verneunfachte. Doch mit der Finanzkrise von 2008 brach der Preis dramatisch ein - „bis heute hat sich sein Marktwert nicht erholt“.

Von

dpa

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