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11.05.2015

14:23 Uhr

Germany's next Topmodel

Essstörungen wegen Heidi Klum?

Sexismus, Essstörungen, Diskriminierung – die Vorwürfe an Heidi Klums Erfolgsshow „Germany's next Topmodel“ sind zahlreich. Der Einfluss auf junge Mädchen sei enorm. Nun erhält die Diskussion neues Feuer.

Die Jury-Mitglieder der Fernsehsendung: Thomas Hayo (l-r), Heidi Klum und Wolfgang Joop. dpa

Die Jury von „Germany's Next Topmodel“

Die Jury-Mitglieder der Fernsehsendung: Thomas Hayo (l-r), Heidi Klum und Wolfgang Joop.

MünchenDie Geschichte von „Germany's next Topmodel“ ist eine Geschichte von erbitterten Vorwürfen. Die Einwände gegen die Show von Heidi Klum reichen von unverhohlenem Sexismus bis zu einem verzerrten Bild der Modewelt. Vor allem aber sind nie die Rufe verstummt, das Format könne bei Mädchen und jungen Frauen Essstörungen wie Bulimie und Anorexie fördern. ProSieben verwehrt sich gegen den Anwurf. Doch erst vor wenigen Tagen kündigte die Medienanstalt Berlin-Brandenburg an, sie werde die Show von Jugendschützern prüfen lassen. Der Verein Pinkstinks hatte das in einer Online-Petition gefordert.

Die Karriere von Heidi Klum

Herkunft

Es gibt nicht viele Mädchen aus Bergisch Gladbach, die eine vergleichbare Karriere geschafft haben: Heidi Klum wird 1973 im beschaulichen Umland von Köln geboren. Ihr Vater Günther arbeitet beim Parfümhersteller „4711“, Mutter Erna ist Hausfrau.

Umzug nach New York

Mit 19 Jahren gewinnt Heidi einen RTL-Schönheitswettbewerb und zieht nach New York. Dort wird sie von der renommierten Modelagentur Elite unter Vertrag genommen und macht als lebenslustige Deutsche mit typischen Namen Karriere.

Durchbruch

Der ganz große Durchbruch gelingt 1998: Heidi Klum landet als erstes deutsche Model auf dem Cover des beliebten US-Magazins „Sports Illustrated“ und schließt einen Millionenvertrag mit Wäsche-Hersteller Victoria’s Secret ab.

Multitalent

Bis heute arbeitet die kluge Geschäftsfrau als Model, Werbegesicht, entwirft Kleidung und Kosmetik für diverse Marken und Versandhäuser.

Moderatorin und Produzentin

Im Dezember 2004 startete Klum erste Fernsehshow beim US-amerikanischen Fernsehsender Bravo TV: Bei Project Runway (deutsch: Projekt Laufsteg) ist sie nicht nur eine von elf Produzenten, sondern aus Moderatorin und Jury-Vorsitzende.

Germany's Next Topmodel

Ab Januar 2006 moderierte Heidi Klum erstmals die Model-Castingshow „Germany’s Next Topmodel“ auf ProSieben. Die Show sorgt für hohe Einschaltquoten, aber wegen teils schonungsloser zur Schaustellung auch für negative Schlagzeilen.

10. Staffel

Die Modelusche ist bereits in vollem Gange: Die „Germany’s Next Topmodell“-Jury machte am 8. November in Köln und am 11. November in München persönlich für Castings Halt. Heidi Klum, Wolfgang Joop und Thomas Hayo wählen die schönsten Mädchen vor Ort aus und nehmen sie direkt auf die aufregende Topmodel-Reise mit. Ab Februar 2015 ist die zehnte Staffel der Erfolgsshow auf ProSieben zu sehen.

Hintergrund des neuen Anlaufs ist eine Studie, die einen Zusammenhang zwischen „Topmodel“ und Essstörungen herstellt. Das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen, das dem Bayerischen Rundfunk unterstellt ist, und der Bundesfachverband Essstörungen haben 241 Patienten zur Rolle von Fernsehsendungen im Kontext von Essstörungen wie Magersucht und Bulimie befragt.

Fast ein Drittel der Betroffenen gab dabei an, die TV-Reihe sei entscheidend für die eigene Krankheitsentwicklung gewesen. Ein weiteres Drittel sieht zumindest einen „leichten Einfluss“ der Sendung auf ihre Krankheit. Ein Großteil der Befragten (85 Prozent) stimmte der Aussage zu, dass die Show Essstörungen verstärken kann.

ProSieben weist solche Kritik entschieden zurück. Das Thema Essstörungen sei unabhängig von der Sendung. Außerdem: „Bei „Germany's next Topmodel“ ist gesunde und nachhaltige Ernährung ein wichtiges Thema“. Regelmäßig würden Juroren darauf hinweisen: „Wer hungert, hat keine Chance als Model erfolgreich zu sein. Das „Schönheitsideal“ Size Zero spielt in der Sendung keine Rolle.“


Von

dpa

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