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22.02.2012

15:17 Uhr

Germany's next Topmodel

Vorhang auf zum nächsten Akt der Tragödie

VonDésirée Linde

Heidi Klum castet ab morgen wieder. Erfolg, aber bisher keinen Cent haben zwei Studenten mit der Show eingeheimst: Sie tippten das GNTM-Finale ab, brachten es in Tragödien-Form - und können sich vor Anfragen kaum retten.

Die Juroren betreten die Bühne: Heidi Klum, Thomas Hayo (links) und Thomas Rath bei jüngsten GNTM-Staffel. obs

Die Juroren betreten die Bühne: Heidi Klum, Thomas Hayo (links) und Thomas Rath bei jüngsten GNTM-Staffel.

DüsseldorfEigentlich könnten Gregor Weichbrodt und Grischa Stanjek schon eine Menge Geld gemacht haben. Ihr Buch hat die beiden Studenten innerhalb kürzester Zeit bekannt gemacht. Theater fragten an, ob sie den Stoff aufführen könnten, Lehrer wollen ihn als Unterrichtsmaterial benutzen, gerade waren die beiden auf ihrer ersten Lesung.

Mehr als 100 Anfragen, besonders von Menschen, die ihr Werk schlichtweg kaufen wollten, haben sie bislang bekommen – und mussten die meisten von ihnen enttäuschen. Weichbrodt und Stanjek haben noch nicht einen einzigen Cent mit ihrem Erfolg gemacht. Und das liegt am Stoff.

Denn die beiden haben das Finale der jüngsten Staffel von Heidi Klums „Germanys Next Topmodel“ (GNTM) transkribiert. Jedes einzelne „Wow“, „super“, „geil“ und „Das macht mich fertisch“ haben sie in tagelanger Arbeit abgetippt und alles in Tragödienform in ein kleines gelbes Heftchen gepackt, das nicht zufällig wie eines von Reclam anmutet. Es sind ihre sechs Aufzüge eines ganz modernen Dramas.

Die Castingshow als 128 Seiten dickes Buch mit dem in Anlehnung an ein Heidi Klum-Zitat gewählten Titel „Das ist der Tag von dem ihr noch euren Kindern erzählen werdet“ wird so ohne die Show, die bunten Bilder und die schönen Menschen auf ihre Inhaltsleere reduziert.

„Mit der Idee, eine Fernsehshow abzutippen, wollten wir den Stilmitteln der Showmacher die manipulative Kraft nehmen und die Sendung herunterbrechen auf die kleinste, aber verbindlichste Messgröße für Wahrheit: das gesprochene Wort“, sagt Weichbrodt.

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